Teil eines Werkes 
3. Band (1826)
Entstehung
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Blute verfolgt, denn der geſtorbene Freund, welchen dieſe Urne deckt, Adolar, er war Dein Bruder, der natuͤrliche Sohn Deines Vaters; der Name Caboga wurde beſchimpft, dem ſchmaͤhlichſten Verdachte bloß geſtellt, durch die unerlaubte Leidenſchaft Eurer Herzen; Die Hand eines Bourdonnaye vergoß das Blut des Grafen Caboga und doch hat Liebe, innige und treue Liebe, dieſe beiden einander ſo feindlichen Geſchlechter vereinigt. Sie ma⸗ chen fortan nur einen Stamm aus.

Gluͤhend ſchien die Abendſonne durch die bunt bemalten Fenſter des Sprachſaales im Klo⸗ ſter Marianky, goldene Lichter ſpielten um die Blumengewinde, welche fromme Nonnenhaͤnde zum Feſte ihres einſtigen Lieblings, der holden Joſephe, zwiſchen ſeinen Saͤulenreihen auf⸗ gehangen hatten; die gluͤckliche Braut ſchauete bewegt um ſich, ſie mußte jenes Tages geden⸗ ken, wo Adolar hier aus Italien heimkehrend, einzog, an jenem Tage war ihr Herz aus den Traͤumen der Kindheit erwacht, ſie empfand es lebhaft, durch ihn, durch ſein Bild, durch ſeine Liebe, ſeine Lieder, war ihr Herz gleichſam in eine fremde Gewalt gegeben worden und, als wolle ſie ſich an der Bruſt ihres Gatten gegen