Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
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weihte Haupt wirft; er beugte ſich bei dieſen Worten tief vor der Abtiſſinn, deren bleiche Wangen ſich ſanft roͤtheten.Wollen Sie mir erlauben, das Bild von der Bruſt der Leiche zu nehmen? Ich ſtimme ſehr dafuͤr, es ihm nicht mit in die Gruft zu geben. Cäcilie nickte bejahend; der Alte faltete das Todten⸗ kleid von einander, und die Kette nebſt dem Medaillon ruhte wenige Augenblicke darauf in Cäciliens Hand.

Joſephe ſaß in der Zelle, als vie Abtiſ⸗

ſinn eintrat; ein tiefer Seufzer entrang ſich ihrer Bruſt, als ſie die Thure hinter ſich zu zog; ſie kuͤßte die ihr dargereichte mutterliche Hand.Verzeihe mir, Mutter, ſprach ſie kindlich bittend,verzeihe mir den ungemeſſe⸗ nen Schmerz; ich konnte ihm nicht wehrenz aber Deine erinnernden Worte haben mich mir ſelbſt zuruͤck gegeben; ich athme wieder leicht und frei. Sieh', es war, als wollte es mich dem Todten nachziehen, ich hatte nirgend Ruhe als in ſeiner Nähe. Doch der heftige Schmerz

findet ja am erſten ſein Ziel, ſagteſt Du nicht

ſo, meine Mutter? So, glaube ich, wird es mit mir auch werden, mit einer ſanften

Wehmuth denke ich an unſern Adolar, er

wird nun ſtill und kuͤhl in unſerer Naͤhe ruhen,