240
Nach vielem Bemuͤhen gelang es ihren Frauen, ſie etwas zu beruhigen. Cacilie, die bei der Nachricht des plotzlichen Krampfanfalls, welchem Eugenie unterlegen, herbei geeilt war, ſtand an ihrer Seite, als ihr Bewußtſeyn zuruͤck kehrte. Fetzt erſt dachte ſie daran, nach der Urſache die⸗ ſes Zufalls zu fragen. Sarackſor warf einen ſprechenden Blick auf die Gräſinn Eugenie, und zog Caͤcilien einige Schritte weiter ins Zimmer.„Gnädigſte Graͤſinn,“ ſprach er, „empfingen Briefe aus Frankreich, welche Ihnen den Tod des verehrten Herrn Miniſters melde⸗ ten, er ſiel wahrſcheinlich als ein Opfer der Volks⸗ wuth.“ Eugenie, welche dieſe Worte hörte, wurde aufs Neue ohnmächtig.„Still,“ ſprach
Cäcilie,„ſchonen Sie die Leidende; wo iſt
der Brief?“„Schon verbrannt,“ ſprach der Alte,„ich fuͤrchtete, die gnädige Gräſinn wuͤrde ihn zum zweiten Male durchleſen wollen, warf ihn ſchnell ins Kamin; ſo waren wir ſicher, daß ſolches nicht geſchehen konne.“
„Unvorſichtiger,“ erwiederte Caͤcilie,„wie
konnten Sie ſo eigenmaͤchtig handeln? Wenn der Graf zuruͤck kommt, wird er den Inhalt
des Briefes wiſſen wollenz er wird ſehr unwil⸗
lig auf Sie werden.“ „Ich weiß den ungluͤckſeligen Inhalt nur zu
4*


