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derſelben Aufrichtigkeit, wie zuvor, lobte. Durch meine Schmeiche⸗ lei(die mich hoffentlich durch meine Lage rechtfertigen wird,) mit wonniger Zufriedenheit erfüllt, konnte ſie mir ſchuldigerweiſe eine Gelegenheit, mich meinerſeits zu zeigen, nicht verſagen. Sie be⸗ merkte deßhalb nach einem Complimente über mein feines Urtheil und meinen gebildeten Geſchmack, daß ich ohne Zweifel ſelbſt Et⸗ was verfaßt hätte, und ſie wünſchte dieß zu ſehen. Dieß war für meine Eitelteit eine zu ſtarke Verſuchung. Ich geſtand alſo, daß ich, ſo lange ich auf der Schule geweſen, auf den Wunſch eines verliebten Freundes einige kleine Gedichte verfaßt hätte, und las ihr auf ihre Bitte folgende Verſe vor, zu denen in der That aber meine Liebe zu Nareiſſen mich begeiſtert hatte.
An Celie'n, als ſie das Elavier ſpielte und dazu ſang.
Wenn Sappho's Saiten ſpiel erklang, Hob ſich die Bruſt in Liebesgluth,
Und wenn ſie ſüße Lieder ſang,
Strömt' in das Herz der Wonne Fluth.
Doch hätte deiner Reize Macht, Wie dich, die Mhrthe ſie geſchmückt, In deines Lenzes Blüthenpracht, Gleich Hebe'n, ſie den Sinn berückt.
Vom Wurm des Grames unverzehrt, Blieb ſie, die liebeskranke Maid, Phaon, er hätte ſie erhört,
Und Leukas ſtände unentweiht.
Meine Herrin beehrte mich mit einem froſtigen Complimente über die Verſiſication, welche, wie ſie ſich ausdrückte, zwar hübſch ſey, aber der Gegenſtand verdiene es nicht, von einem ächten Dichter behandelt zu werden. Ihre Gleichgültigkeit ſchlug mich


