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Dreißigſtes Kapitel.
Wir beklagen das Schickſal unſeres Gefaͤhrten; der Capitan bietet Morgan die Freiheit an, welche dieſer jedoch zuruͤckweist; wir werden vor ihn ge⸗ bracht und verhoͤrt; Morgan wird in das Gefaͤngniß zuruͤckgeſchickt, wohin man mich nach einem ſonderbaren Verhoͤre ebenfalls wiederum bringt.
Die Botſchaft von dieſem Ereigniſſe ergriff meinen Mitge⸗ fangenen und mich tief, da unſer unglücklicher Freund in der letzten Zeit durch ſein liebreiches Benehmen unſer Beider Achtung und Zuneigung gewonnen hatte. Unſer Bedauern über ſein ſo frühes Ende war um ſo größer, je mehr wir uns über den Schurken, der zweifelsohne die Urſache deſſelben war, entſetzten. Dieſes ver⸗ worfene Geſchöpf äußerte nicht das mindeſte Zeichen von Theil⸗ nahme an Thompſons Tod, ungeachtet ihm ſein Gewiſſen ſagen mußte, er habe durch ſchlimme Behandlung dieſen Entſchluß in dem jungen Manne zur Reife gebracht. Im Gegentheil drückte er dem Capitän blos den Wunſch aus, er möchte Morgan wieder frei laſſen, damit derſelbe die Patienten beſorge. Demzufolge ward Einer von den Unteroffizieren hinaufſgeſchickt, um ihm die Feſſeln abzunehmen. Jedoch Morgan betheuerte, er werde ſich nicht von den Feſſeln befreien laſſen, bis er wiſſe, weshalb man ihn eingeſperrt habe; er ſey weder eine Raketenkugel, noch ein Federball, noch ein Laſtthier, noch ein Aſchenbrödel für keinen Capitän unter der Sonne.
Als Oakum ihn hartnäckig fand, und deshalb fürchtete, ſeine Tyrannei nicht länger mehr ungeſtraft fortſetzen zu dürfen; ſo ent⸗ ſchloß er ſich, einigen Schein von Gerechtigkeit zu zeigen, und gab deßhalb den Befehl, man ſolle uns Beide vor ihn auf das Halb⸗ verdeck bringen, wo er mit ſeinem Schreiber auf der einen Seite und ſeinem geheimen Rathe Mackſhanne auf der andern in Uni⸗ form ſaß.


