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in dieſer Vermuthung hatie ich die Rechnung ohne den Wirth ge⸗ macht, denn Lavemant ſorgte dafür, mir zuvorzukommen, und als tch verſuchte, dem Schulweiſter den Hergang der Sache zu erklären, ſo fand ich ihn ſo ſtark gegen mich eingenommen, daß er mich kaum bis zu Ende anhören wollte. Als ich meine Rechtfertigung zu Schluße gebracht hatte, ſchüttelte er den Kopf, und ſagte, mit ſeinem gewöhnlichen Ausrufe beginnend:„O Chriſtus! das will mir nicht hinunter. Ich bodaure ſehr, in die Geſchichte verwickelt zu ſeyn, doch in Zukunft werde ich mich vorſichtiger benehmen. Fortan will ich keinem Menſchen mehr trauen— nein, nicht meinem Vater, der mich gezeugt hat, noch dem Bruder, der mit mir unter Einem Herzen lag! Stände Daniel von dem Todien auf, ich würd' ihn für einen Betrüger halten, und erſchiene mir der Genius der Wahrheit, ich würde ſeine Aufrichtigkeit in Zweifel ziehen.“ Ich ſagte ihm, es wäre ja wohl möglich, daß er eines Tags die Ueberzeugung von dem mir widerfahrenen Unrechte erlangen, und ſeinen voreiligen Entſchluß bereuen würde. Hierauf erwiederte er, der Erweis meiner Unſchuld würde ihn ſo freuen, daß ſeine Ein⸗ geweide im Leibe zitterten; doch bis dahin,“ fuhr er fort,„muß ich mir jede Art von Verbindung mit Euch verbitten: meine Ehre ſteht auf dem Spiele. O guter Gott! man wird mich als Euern Mitſchulvigen und Helfershelfer anſehen— die Leute werden ſagen: Jonathan Wild ſey nur ein Abdruck von mir geweſen— die Knaben werden mir nachſchreien, wenn ich auf der Straße laufe— und die Aſchenweiber Schimpfreden ausſtoßen, wenn die Wachholder⸗ branntwein⸗Atmosſphäre ſie umduftet— ich werde infam werden — die wahre Zielſcheibe der Läſterung und der Deckmantel der Schmach.“
Ich war nicht geneigt, mich an der Steigerung von Ausdrücken, womit dieſer Herr alle ſeine Reden zu ſpicken liebte, zu ergötzen, weshalb ich ohne weitere Umſtände mich von ihm verabſchiedete, beladen mit dem Fluche des ſchrecklichen Bewußtſeyns meiner Lage.


