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nungen in dieſem Punkte ſchenkte, oder die natürliche Wärme ihres Temperaments daran ſchuld waren, vermag ich nicht zu entſchei⸗ den, aber ſo viel bleibt wahr, dieſer Frau heſtige Leidenſchaften nahmen von Tag zu Tag zu, und am Ende ſah ſie den Anſtand für einen ganz unnöthigen Zwang an, ſo daß ſie mir eines Nach⸗ mittags, als ihr Mann ausgegangen war, und ihre Tochter Be⸗ ſuche machte, eine Miethkutſche zu holen befahl, worin ſie nebſt dem Capitän nach Covent Garden fuhr. Die Miß kam Abends nach Hauſe, und ging, nachdem ſie zur gewöhnlichen Stunde das Abendeſſen zu ſich genommen hatte, ins Bett.
Gegen eilf Uhr ſtellte ſich mein Herr ein, und frug, ob ſeine Frau zu Bette gegangen ſey, worauf ich ihm ſagte, ſeine Frau ſey Nachmittags ausgefahren, und noch nicht zurückgekommen. Dieſe Nachricht traf den Apotheker wie ein Donnerſchlag, und er ſchrie, zurücktretend vor Entſetzen:
„Mort de ma vie! was ſagt Ihr zu mir? Meine Fran nicht vaheim
In dieſem Angenblick kam eines Patienten Bedienter mit einem Recepte, das mein Herr nahm und in den Laden ging, um es eigenhändig zu bereiten.
Während er die Ingredienzen in einem gläſernen Nrſe rieb, fragte er mich, ob ſeine Frau allein ausgefahren ſey, und kaum vernahm er, ſie ſey in Geſellſchaft des Capitäns ausgefahren, ſo zerſplitterte er mit Einem Schlage den Mörſer in tauſend Stücke und ſagte, grinſend wie der Kopf einer Baßgeige:„ah, traitresse!““
Es würde mir unmöglich geweſen feyn, meine Ernſthaftigkeit eine Minute länger zu behalten, wäre ich nicht zum Glücke durch einen derben Schlag an die Thüre erlöst worden, die ich nun öffnete. Hierauf ſah ich meine Herrin von der Kutſche herausſtei⸗ gen; ſie fuhr, wie der Wind, in den Laden, und redete Prn
Gatten ſo an: S „Ich vermuthe„du glaubteſt, ich ſey verloren, mein eu.


