Teil eines Werkes 
2. Band, Roderich Random : Roman : 2. Band (1840) The adventures of Roderick Random
Entstehung
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er ſeine Kleider der Sorgfalt des Haufens, und die Schlacht be⸗ gann mit großer Heſtigkeit von Seiten Strap's, der binnen we⸗ niger Minuten ſeinen Athem und ſeine Erbitterung an ſeinem Geg⸗ ner erſchöpft hatte, welcher mit großer Ruhe und Kaltblütigkeit dem Angriffe Stand hielt, bis er ſah, daß der Barbier ganz er⸗ müdet war, worauf er die empfangenen Hiebe mit ſo reichlichen Zinſen zurückgab, daß Strap, nachdem er dreimal auf das Stein⸗ pflaſter hingefallen war, den Kampf aufgab, und eingeſtand, der Grobſchmid ſey ihm überlegen.

Nachdem der Sieg ſich ſo entſchieden hatte, wurde der Vor⸗ ſchlag gemacht, in einen benachbarten Keller zu gehen, und dort Brüderſchaft zu trinken. Aber als mein Freund anfing, ſeine Klei⸗ der zu ſammeln, machte er die Bemerkung, daß die eine oder die andere ehrliche Perſon ſich ſeines Hemds, Halstuchs, Huts und ſeiner Perrücke, welche Stücke fort waren, bemächtigt hatte, und wahrſcheinlich würden ſein Rock und ſeine Weſte ein ähnliches Schickſal gehabt haben, wären ſie des Stehlens werth geweſen. Es half ihn nichts, daß er einen Lärm aufſchlug, denn dieſer er⸗ regte nur die Lachluſt der Zuſchauer; er ſah ſich alſo genöthigt, ſo fortzugehen, was er mit großer Mühe ausführte, und ganz mit Blut und Staub bedeckt vor mir erſchien. Seines Unfalls unge⸗ achtet war doch ſeine Freude, mich geſund anzutreffen, ſo groß, daß er mich durch ſeine Umarmungen beinahe erſtickt hätte.

Nachdem er ſich gereinigt, und eines meiner Hemder, nebſt einer wollenen Nachtmütze, angezogen hatte, berichtete ich ihm über meinen nächtlichen Feldzug, der ihn mit Staunen füllte, und mit großem Nachdruck ihm eine Bemerkung, die oft in ſeinem Munde war, entlockte, nämlich:London ſey ſicherlich des Teufels Vor⸗ zimmer.

Da keiner von uns beiden Etwas zu Mittag gegeſſen hatte, ſo hieß er mich aufſtehen, ging, da gerade die Milchnerin um die Ecke kam, die Treppe hinab, und polte eine Maas, nebſt einem