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Narren, als mich ſelbſt; gewiß bin ich von den Zweien hier der größte Narr, daß ich mich um Anderer Mißgeſchick ſo viel beküm⸗ mere;— doch nemo ownibus horis sapit— das iſt Alles— das iſt Alles.“ Hierauf folgte ein Stillſchweigen, das fortdauerte, bis wir in unſere Wohnung kamen. Daſelbſt warf ich mich in ver⸗ zweiflungsvollem Seelenkampfe auf das Bett, mit dem Entſchluſſe, lieber zu ſterben, als meinen Gefährten oder irgend ſonſt Jemanden um Unterſtützung zu bitten; doch Strap, der mein Gemüth kannte und deſſen Herz über meinem Unglück blutete, kam nach einer Pauſe an die Seite meines Betts, legte eine lederne Börſe in meine Hand und rief, in Thränen ausbrechend: 6
„Ich weiß, was ihr denkt, aber ich kümmere mich nichts dar⸗ um. Hier iſt Alles, was ich beſitze in der Welt; nehmt es! und vielleicht erhalte ich noch mehr, ehe dieß zu Ende iſt; wo nicht, ſo will ich für Euch betteln, für Euch ſtehlen, durch die weite Welt mit Euch ſtreifen, und mit Euch Hungers ſterben; venn bin ich gleich eines armen Schuhflickers Sohn, ſo bin ich doch kein Schurke.“
Ueber die Großmuth dieſes armen Geſchöpfs wurde ich ſo ge⸗ rührt, daß ich das Weinen nicht mehr zurückhalten konnte, und wir vermiſchten eine Zeitlang unſere Thränen mit einander. Als ich den Inhalt der Börſe näher unterſuchte, fand ich darin zwei balbe Guineen und eine halbe Krone, welche letztere ich ihm wieder zurückſtellen wolle, da er, wie ich ſagte, beſſer zu ſparen wiſſe, als ich; doch er verweigerte es beſtimmt, und ſagte mir, es ſei paſſender und ſchicklicher, daß er von mir, der ich ein Gentleman ſei, abhänge, als daß ich unter ſeiner Leitung ſtehe.
Nachdem dieſer Freundſchaftsſtreit vorüber, und unſer Inneres wieder ruhiger war, benachrichtigten wir unſern Wirth von dem Vorfall, indem wir dafür Sorge trugen, unſere Geldnoth ihm zu verſchweigen. Als er unſere Geſchichte vernahm, ſo verſicherte er uns, wir ſeien von ein Paar Gaunern, die mit einander im Bunde ſtänden, geprellt worden; jener zuvorkommende, ehrlich⸗
Smollet's Romane. I.


