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Achtes Kapitel ·
Ich erreiche Newcaſtle; treffe mit meinem ehemaligen Schulkameraden Strap zuſammen; wir beſchließen, mit einander nach London abzu⸗ reiſen; machen uns auf den Weg; kehren in einem einſam ſtehenden Wirths hauſe ein; werden durch ein ſonderbares Ereigniß bei Nacht in
Schrecken verſetzt.
Keine beſſere Reiſegelegenheit giebt es in dieſem Reiche, als eine Landkutſche, und meine Finanzen erlaubten mir nicht, ein Pferd zu miethen; ich entſchloß mich deßhalb, mit den Boten aufzubre⸗ chen, welche Güter von einem Ort zum andern auf Pferdsrücken ſpediren; und dieß brachte ich in Ausführung am erſten Sep⸗ tember 1739, ſitzend auf einem Packſattel zwiſchen zwei Körben, veren einer meine Sachen in einem Schnappſack enthielt. Doch als wir in Neweaſtle am Tyne anlangten, war ich dieſes Fuhr⸗ werks ſo überdrüſſig und von dem kalten Wetter ſo ſteif, daß ich den Reſt meiner Reiſe lieber zu Fuß zu machen beſchloß, ehe ich ſie auf ſolche widerwärtige Weiſe foriſetzte.
Der Hausknecht des Gaſthauſes, wo wir einkehrten, rieth mir, als er hörte, ich wolle nach London, in einem Kohlenſchiffe meine Reiſe fortzuſetzen, denn, ſagte er, das ſei wohlfeil und ſchnell⸗
förvernd zugleich, und dabei weit leichter, als über 300 Meilen weit durch tiefgefurchte Wege zu Winterszeit zu wandern; eine
Reiſe, welche ich zu vollführen nicht Stärte genug habe. Ich hatte mich veinahe ſchon bereden laſſen, als eines Tags, wo ich in der Abſicht, mich raſiren zu laſſen, in eine Barbiersbude ein⸗ getreten war, mich der junge Mann, während er mein Geſicht einſeifte, ſo anredete:„Mein Herr! wenn ich mich nicht irre, ſind Sie ein Schotte.“ Ich antwortete bejahend⸗„Bitte,“ fuhr er fort, „aus welchem Theile Schottlands 2„Ich ſagte es ihm nicht ſo bald, als er große Bewegung verrieth, und ſeine Operation nicht auf mein Kinn und die Oberlippe allein beſchränkte, ſondern mein


