kung that, und am darauf folgenden Tage ein ſolches Gelächter auf ihre Koſten veranlaßte, daß ſie ſich genöthigt ſahen, die Stadt zu verlaſſen, bis das Abenteuer gänzlich vergeſſen war.
Obwohl meine Baſen nun zweimal in ihrer Erwartung ge⸗ täuſcht worden waren, ſo ſtanden ſie doch nicht von meiner Ver⸗ folgung ab, da ich ſie durch Aufdeckung ihrer Bosheit und Ver⸗ eitlung von deren Wirkungen in eine Wuth verſetzt hatte, welche jede Ausſöhnung unmöglich machte. Auch würde ich ſie wohl nicht menſchlich gefunden haben, hätte ich mich auch geduldig zum Opfer ibres Grolls hergegeben, und ohne Murren die Härte ihres un⸗ vernünftigen Haſſes ertragen: denn immer hat mich die Erfahrung belehrt, daß, wenn man auch geringe Gunſtbezeugungen anerkennt und leichtes Unrecht vergibt, doch keiner undankbarer ſich zeigt, als verjenige, welchen man durch die auffallendſte Großmuth ver⸗ pflichtet hat, und daß es keine unverſöhnlicheren Feinde giebt, als diejenigen, welche man am ftärkſten beleidigt hat. Dieſe gut⸗ müthigen Geſchöpfe entwerfen deßhalb einen Plan, der, verbunden mit einer Nachricht unangenehmen Inhalts, welche mir bald darauf zu kam, ihnen den gewünſchten Erfolg verſchaffte; dieſer Plan be⸗ ſtand in Nichts Beſſerem, als meinen Gefährten und Vertrauten zu verführen, der ſich gegen mich treulos bewies, indem er ihnen die Einzelnheiten meiner Liebeleien mittheilte, welche hierauf von ihnen, mit ſo ſtarken Zuſätzen vermehrt, unter das Publikum kamen, daß ich in der Meinung Aller ſehr litt und von den theuren We⸗ ſen, deren Namen ſo an den Pranger geſtellt worden waren, gänzlich aufgegeben wurde.
Während ich bemüht war, den Urheber dieſer Verrätherei aus⸗ zuforſchen, damit ich nicht nur an ihm Rache nehmen, ſondern auch in den Augen meiner Freunde mich rechtfertigen könne, be⸗ merkte ich eines Tages, als ich nach Hauſe zum Mittageſſen ge⸗ kommen war, eine auffallende Veränderung in den Blicken meiner Wirthin; welche, als ich ſie um die Urſache fragte, ihren Mund


