Teil eines Werkes 
1. Band, Roderich Random : Roman : 1. Band (1839) The adventures of Roderick Random
Entstehung
Einzelbild herunterladen

M

würde, gewiß eines Tags mein Glück auf dem feſten Lande machen werde. Auf dies hin entſchloß ſich der großmüthige Seemann⸗ mir, ungeachtet ſeiner beſchränkten Mittel, Univerſitätsbildung zu geben; und ſorgte dieſem Vorhaben gemäß für meinen Tiſch und andere Ausgaben in einer Stadt, die wenige Meilen entfernt und wegen ihrer Collegien berühmt war, wohin wir bald auf⸗ brachen. Doch den Tag vor unſerer Abreiſe legte der Schul⸗ meiſter, welcher nicht länger mehr meinen Großvater zu fürchten hatte, alles Schicklichkeitsgefühl und allen Zwang bei Seite, und mißhandelte mich nicht nur in ver gröbſten Sprache, welche ſeine Erbitterung ihm zu leihen vermochte, als einen nichtswürdigen, ruchloſen, einfältigen und bettelhaften Schuft, den er aus Mitleid unterrichtet habe; ſondern zog auch mit den bitterſten Worten gegen das Andenken des Richters(der, im Vorbeigehen geſagt⸗ ihm dieſe Anſtellung verſchafft hatte) zu Felde, indem er in nicht ſehr zweideutigen Ausdrücken den Wink fallen ließ, des alten Herrn Seele ſei in alle Ewigkeit verdammt, weil er in ſeiner Ungerechtigkeit die Bezahlung für meinen Unterricht verſäumt habe. Dieſes brutale Benehmen, verbunden mit meinen früher erduldeten Leiden, erregte in mir den Gedanken, daß es hohe Zeit ſei, an dieſem übermüthigen Pädagogen mich zu rächen. Nachdem ich mit meinem Anhang Rath gepflogen hatte, gaben ſie mir Alle das feſte Verſprechen, mir beizuſtehen, und unſer Anſchlag war folgender: An dem Nachmittag vor dem Tag unſerer Abreiſe auf die Univer⸗ ſität nahm ich mir vor, den Augenblick zu benützen, wo der Unterlehrer ſich, um das Waſſer abzuſchlagen(was er regelmäßig um 4 Uhr that), entferne, und die große Thüre zu verſchließen, damit er ſeinem Vorgeſetzten nicht zu Hilfe kommen könne. Nach dieſer That ſolle der Angriff von mir ausgehen, indem ich mich dem Schulmeiſter nähern, und ihm in's Geſicht ſpeien würde⸗ Zwei der ſtärkſten Knaben in der Schule, welche mir ergeben waren, ſollten mich unterftützen; ihr Geſchäft beſtand darin, den