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haus, wo ein alter Diener ſeiner Mutter wohnte. Dort ver⸗ weilten ſie eine Zeitlang in einer mit ihren Wünſchen und der Zärtlichkeit ihrer Liebe ſchlecht im Verhältniß ſtehenden Lage: nichtsdeſtoweniger wollte mein Vater lieber ausharren, als die Hülfe eines unnatürlichen und unbeugfamen Vaters anflehen. Meine Mutter jedoch, welche die Nachtheile und Gefahren vor⸗ ausſah, welchen ſie ſich hätte ausſetzen müſſen, wenn ſie dort ent⸗ bunden worden wäre(und ihre Schwangerſchaft war ſehr weit vorgerückt), ging, ohne meinem Vater von ihrem Vorhaben Etwas mitzutheilen, vetkleidet in das Haus meines Großvaters, in der Hoffnung, ihre Thränen und ihre Lage würden ſein Mitleid rege machen, und ihn mit einem Ereigniſſe verſöhnen, das nun nimmer ungeſchehen gemacht werden konnte.
Sie fand Mittel, die Diener zu tänſchen, und wurde als eine unglückliche Frau eingeführt, die ſich wegen chelicher Zer⸗ würfniſſe zu beklagen habe, da Fälle der Art in die Gerichtsbarkeit meines Großvaters gehörten. Demzufolge wurde ſie vor ihn in ſein Zimmer geführt, wo ſie ſich entdeckend ihm zu Füßen fiel, und auf die rührendſte Weiſe ſeine Vergebung anflehte; zugleich ſtellte ſie ihm die Gefahr vor, welche nicht nur ihr Leben, ſondern auch das ſeines Enkelkindes bedrohe, deſſen Geburt vor der Thüre ſei. Er antwortete ihr, er bedaure, daß ihre eigene Unvorſichtig⸗ keit und die ſeines Sohnes ihn zu einem Schwur verleitet habe, der es ihm unmöglich mache, ihnen ſeinen Beiſtand irgendwie an⸗ gedeihen zu laſſen; er habe ſeine Meinung hierüber bereits ihrem Gatten mitgetheilt, und er ſei erſtaunt, daß ſie ſeine Ruhe durch weitere Zudringlichkeit zu ſtören wage. Als er dies geſagt haite, zog er ſich zurück.
Die Heftigkeit des Schmerzes meiner Mutter über dieſe Ab⸗ wreiſung hatte eine ſo plötzliche Wirkung, daß ſie ſogleich von Geburtswehen befallen wurde, und wäre nicht eine alte Dienerin, welche ihr große Anhänglichkeit bewies, von Mitleid ergriffen,


