230
Mächtig klang, der kühnen Vruſt entflogen, Wiederhallend an dem Sternenbogen, Beyder Sänger weltgepries'nes Lied;— Helden⸗Glanz mit Ehre zu belohnen, Flochten ſie die ſchönen Siegeskronen, Deren Pracht vor uns ſo herrlich blüht.
Und von eig nem Tugendſinn durchdrungen Haben ſie mit Männerſtolz geſungen, Denn ihr Herz ſchlug hoch geſinnt und frey; Ja! ſie ehrten hoch der Menſchheit Rechte, Und ſie küßten nie als feige Knechte
Ruth und Kette nied'rer Sklaverey.—
Doch der Grieche ſang nicht dem Vollbringer Alles Guten, nicht dem großen Ringer, Der des Todes ſtarke Feßeln brach;
Sang dem Tag nicht, wo der Götter Hallen Niederſanken, in den Staub zu fallen, Als der Wahrheit lauter Donner ſprach:
RNicht dem Heiland, welcher Menſchenrechte, Himmelstroſt dem ſterblichen Geſchlechte, Freyheit durch der Wahrheit Geiſt gebracht; Deſſen Lehre Frieden uns beſcheret,
Deſſen Beyſpiel muthig ſterben lehret In dem Anblick ernſter Todesnacht.
—


