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Vom Grafen Sollogub. 145
— Was lachen Sie?..
— Ich bitte Sie, Fürſt, um Himmelswillen! Mit ihrem Reichthum, mit ihrem Namen!—
— Eben deshalb diene ich Erſtens als Bürger iſt es meine Pflicht, einen Theil meiner Zeit für das öffentliche Wohl hinzugeben; zweitens iſt mein eigenes Intereſſe als bedeutender Grundherr eng verknüpft mit dem meines Landes; endlich, indem ich ſelbſt den Dienſt verſehe, halte ich den unbegüterten Mann nicht von ſeinem vortheilhaften Geſchäft oder Handwerk ab, da
er ja ſtatt meiner dieſe Pflicht übernehmen müßte. Auf.
dieſe Weiſe unterhält die Regierung keine bettelhaften Dummköpfe oder gewiſſenloſen Schurken mehr als Be⸗ amte; und die Aufrechthaltung der Geſetze wird nicht zum Quell der Ungeſetzlichkeit.—
— Sie wohnen alſo in der Gouvernementsſtadt?—
— Zuweilen, des Dienſtes wegen oder zum Ver— gnügen. Kommen Sie nur zu uns; Sie ſollen man⸗ ches Intereſſante finden: viele Alterthümer, viele Kunſt⸗ gegenſtände, der großartigen Unternehmungen in Bezug auf Handel und Induſtrie nicht zu gedenken. Unſte Geſellſchaft ergiebt ſich ernſtem Thun und haßt den Müßiggang mit ſeinen traurigen Folgen. Kommen Sie
nur zu uns; am beſten aber thun Sie, wenn Sie Nord. Novellenbuch 1V. 10


