Teil eines Werkes 
3. Band, Tarantas : 2. Theil (1847) Tarantas: putevye vpečatlenija
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Vom Grafen Sollogub. 133

ben. Wo früher endloſe unangebaute Strecken, Sümpfe, Haiden, Einöden geweſen waren, da drängten ſich jetzt thätige Menſchen da herrſchte reiches Leben. Die Dörfer, durch die der Tarantas fuhr, waren wohl ruſſiſche Dörfer, und Jwan Waßiljewitſch ſogar nicht ſelten hindurch ge⸗ kommen; auch hatten ſie ihr früheres eigenthümliches Weſen beibehalten, aber nur in veredelter, ſauberer Weiſe, wie der Tarantas ſelbſt. Die ſchwärzlichen Bauerhäuſer mit Stroh bedeckt und die vielfachen Kenn⸗ zeichen von bettelhafter Armuth und unvertilgbarer Nach⸗ läſſigkeit waren nicht mehr zu finden. Zu beiden Sei⸗ ten der Landſtraße erhoben ſich niedliche Häuſer, von Ziegeln gebaut, mit eiſernen Dächern und äußerlich aufs Schönſte ausgeſchmückt. An den breiten Pforten von Eichenholz waren Aushängeſchilder angeſchlagen, welche Zeugniß gaben, daß der Inſaſſe und Herr des Hauſes etwas Anderes that, als ſonſt, wo er ſich in der lan⸗ gen Winterzeit dem Trunk ergab oder ſich müßig auf der Ofenbank herumwälzte; daß er jetzt durch ein vor⸗ theilhaftes Handwerk ſeinen Mitmenſchen nützlich wurde und ſeinen eigenen Wohlſtand befeſtigte.

Auf den Straßen ſah man weder Betrunkene noch Bettler. Für die gebrechlichen, obdachloſen Greiſe waren neben der Kirche Armenhäuſer gebaut, und eben daſelbſt