Teil eines Werkes 
3. Band, Tarantas : 1. Theil (1847) Tarantas: putevye vpečatlenija
Entstehung
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Vom Grafen Sollogub. 141

fluß an Getreide beladen, nur des Austauſches gewärtig, um abermals hinauszuſteuern ins kaspiſche Meer oder nach dem unerſättlichen Petersburg.

Welch ein Bild und welche Kontraſte! Hier unten das Leben im vollen Gewühl der Leidenſchaften, da oben der Friede der Kloſterzellen. Hier der bunte Wechſel, die ſchlaue Vorſicht, Furcht, Frechheit und Leidenſchaft dort ein ungetrübtes Gewiſſen, und das Wort der Vergebung auf den Lippen. Jeden Morgen aber und jeden Abend über dem geräuſchvollen Marktplatz der Welt murmelt der friedliche Seelenhirt leiſe ſein Gebet, und unwillkürlich verfällt er in tiefes Sinnen über die Nichtigkeit irdiſchen Treibens.

Des Nachts aber, wenn der Himmel mit Sternen überſäet iſt, und der Wolgaſtrom das Mondlicht zurück⸗ ſtrahlt, wenn nur hier und da noch am am Ufer ein vergeſſenes Feuer ſchimmert, und hell in der Ferne der traurigeinförmige Geſang der Schiffszieher erſchallt, dann erfüllen heilige Schauer dieſe Stätte, und der Geiſt wird unwillkürlich vom Irdiſchen abgezogen.

Wer nach Niſchny-Nowgorod kommt, der möge nicht unterlaſſen das petſchoriſche Kloſter zu beſuchen.

Noch dazu wird der Reiſende, welcher durch die in⸗ nern Räume wandelt, in eine andere Zeit verſetzt, ihm