138 Tarantas.
das Bild des Wolgaufers. Links ſieht der Reiſende zu ſeinen Füßen tief unten am ſteilen Abhang den breiten Strom, der ſo beliebt beim Volke und durch zahlreiche Sagen und Geſinge gefeiert iſt. Stolz rauſcht er dahin in ſeinem ſilbernen Schuppenpanzer und ſtreckt ſich majeſtätiſch hinaus in die blaue Ferne. Zur Rechten am Abhang ſchweben neben einander in friedlicher Eintracht zwiſchen Gebüſch und Bäu⸗ men Häuflein maleriſcher Häuschen und drüber, im Strome ſich verlierend, zeigt ſich der weiße Streif der Kloſtermauer, aus deren Mitte die zahlreichen Kuppeln der Kirchen und die Zellen der Mönche hervorragen. Entledige man ſich der weltlichen Gedanken und trete ein in die breite Kloſterpforte, unter die düſtern Rei⸗ hen von Gebäuden in der Runde. Inmitten des Hofes ſind zwei alte Kirchlein durch einen bedeckten äußern Gang vereinigt. In dieſen Kirchen, den ſchweigenden Zeugen einer vergeſſenen Vorzeit, unter den ſchwerfälli⸗ gen Gewölben und vor den Ikonoſtaſen von künſtlicher Schnitzarbeit wurden viel Thränen vergoſſen, und viele heiße Gebete ſtiegen empor für die Befreiung vom Joche der Tartaren, von den Ueberfällen der Polen, für Ruhm und langes Leben der nowogorodiſchen Knäſen. Die Stufen, die zu den Kirchlein führen, ſind ſchon


