134 Tarantas.
— Sprich Dich deutlicher aus, Brüderchen!—
— Das iſt nicht ſchwer!... Sie wiſſen, daß die Wahrheit nur durch Vergleichung erkannt wird, folg⸗ lich können wir auch nur durch Vergleiche die Mängel und Vorzüge unſers Vaterlandes erkennen, und außer⸗ dem vermag uns das Beiſpiel des Auslandes zu leh⸗ ren, wovor wir uns zu hüten haben, und was wir noch annehmen müſſen.—
— Und was müſſen wir denn noch annehmen nach Deiner Meinung?—
— Leider noch ſehr Vieles. Erſtens iſt es das Gefühl des Bürgerthums, der Bürgerpflicht, was uns noch mangelt. Wir ſind gewohnt, Alles unſter Regie⸗ rung aufzubürden, indem wir vergeſſen, daß ſie Werk⸗ zeuge haben muß. Wir dienen nicht aus Ueberzeugung, nicht aus Pflichtgefühl, ſondern um unſte Eitelkeit zu befriedigen, und wenn wir auch unſer Vaterland lieben, ſo iſt dieſe Liebe doch unreif und unüberlegt. Das allgemeine Wohl iſt bei uns ein leerer Name, den wir ſogar nicht einmal begreifen. Mit dem Gefühl des Bürgerthums erhalten wir auch das Streben für ma⸗ terielle und geiſtige Reformen. Wir begreifen alsdann die ganze Wichtigkeit einer ſoliden Erziehung, die hohe Bedeutung der Kunſt und Wiſſenſchaft, Alles, was den


