Teil eines Werkes 
3. Band, Tarantas : 1. Theil (1847) Tarantas: putevye vpečatlenija
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Vom Grafen Sollogub. 19

ein ponceaufarbiger Turban, aus dem Atelier der ge⸗ feiertſten Modiſtin auf der Schmiedebrücke zu Moskwa, dieſem Klein-Paris in Betreff der Hauben und Hüte; das erwähnte Fabrikat aus den Händen der kunftferti⸗ gen Franzöſin war für Waßilij Jwanowitſch's Ehe⸗ gattin beſtimmt. In einer andern Schachtel lagen Bil⸗ derbücher, Puppen und Spielzeug für die Kinder des Gutsbeſitzers, obendrauf zwei Lampen für ſein Haus, einiges Geſchirr für ſeine Küche und ein kleiner Vor⸗ rath von Kolonialwaaren für ſeine Tafel, welches Alles vorſchriftmäßig nach einem von der geſtrengen Hausfrau verfaßten Regiſter eingekauft worden. Endlich waren hinten an dem Fuhrwerk drei mit allerlei Haus- und Unrath angefüllte rieſige Koffer angebunden, welche die hintere Seite des Reiſewagens in eine Art Obelisk von Luror verwandelten.

Der rothhaarige Roſſebändiger fing jetzt an, unzu⸗ friedenen Blickes ſeine drei ſchwindſüchtigen Mähren an den Tarantas zu ſpannen. In dieſer Minute rollte Iwan Waßiljewitſch auf einer Droſchke in den Hof. Der Kragen ſeines Makintoſch war über die Ohren ge— sogen, unter dem Arm trug er ein kleines Felleiſen, in den Händen aber einen zierlichen Reiſeſack mit Stahl⸗ ſchloß und— ein ſchön in braunen Saffian gebundenes

„ 2

——————