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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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den König an den Stolz mit welchem Don Juan das Freuden⸗Geſchrey des Grenadiſchen Heeres aufgenommen hatte, wo die Soldaten, entzückt von ſeinen Thaten, ihm zuriefen: Dies iſt der wahre Sohn des Kaiſers! Sie erinnerte ihn, ferner, an ſein beharr⸗ liches Verlangen: König von Tunis zu werden u. ſ. w. Alle dieſe Betrachtungen und die große Gefahr der vermeinten Heurath mit der Köni⸗ gin von England, beſtürmten den König ſo heftig, daß er glaubte keinen Augenblick ver⸗ lieren zu dürfen; er ſandte dem Don Juan auf einem ganz unverdächtigen Wege parfümirte Halbſtiefel, die ihm das Leben koſteten.

Einige Zeit nachher entdeckte ſich, daß die Fürſtin Eboli jene Briefe des Prinzen von Ora⸗ nien ſelbſt habe ſchreiben laſſen, die angeblich aufgefangen worden und für Don Juan ſo unheilbringend waren. Den König erfüllte dieſe Niederträchtigkeit mit Abſcheu. Die Prin⸗ zeſſin und Perez wurden lebenslänglich einge⸗ kerkert. Perez entfloh und irrte im Elende an den Europöiſchen Höfen umher.

Philipp der Zwepte ſelbſt, nachdem er unter dem Schmerze all' dieſer Unglücksfälle gealtert, bekam ein Geſchwühr, das eine unglaubliche

Menge Läuſe erzeugte, die ihn lebendig ver⸗ zehrten.