Druckschrift 
Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſich von ihr trennen; doch ſie kam ihm zuvor und trennte ſich von ihm.

Don Iuan hielt ſie entfernt vom Hofe unter mancherley Vorwand, im Grund aber, um ihn

durch das Anſehen zu beherrſchen, das ihr lan⸗

ger und vertrauter Umgang ihr verlieh. Sie ließ ihm die Statthalterſchaft von Flandern geben, in der Hoffnung er würde dort um⸗

kommen; und er wär' es, ohne das Glück und

die Tapferkeit des Prinzen von Parma. In⸗ deß hörte ſie, daß er erfahren habe, welche üble Dienſte er ihr leiſte. Sie fürchtete, er würde dem Könige ihren vertrauten Umgang entdecken und dieß bewog ſie, dieſem gewiſſe äuſſerſt wichtige Briefe des Prinzen von Ora⸗ nien mitzutheilen. Sie enthielten: die Verbin⸗ dung Don Juans mit der Königin von England ſey geſchloſſen, und die flanderiſchen Aufrührer hätten verſprochen, ihn ſogleich nach dem Voll⸗ zuge dieſer Verbindung anz zuerkennen, ohne irgend eine andere Bedingung, als Gewiſſens⸗ Freiheit. Perez gab dem Koͤnige dieſe Briefe und der König erkannte ſogleich die Handſchrift des Prinzen von Oranien.

Da er ſeine Beſtürzung in Gegenwart der

Prinzeſſin Eboli verrieth, ſo ergriff dieſe die Gelegenheit, ihm die Antwort zu erzählen, die einſt Don Juan dem Don Karlos ertheilte, als

dieſer ihn einen Baſtard ſchalt. Sie etiiner