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heim, und beſchloß, der Königin, während ihrer Entbindung, Nachricht davon geben zu laſſen. Er hoffte, ein ſo furchtbares moraliſches Leid, verbunden mit den körperlichen Schmerzen, werde ſeine Rache vollenden. Doch er erfuhr bald, daß ſie beſſer unterrichtet war, als er es wünſchte. Sie wußte, Don Karlos war der Eiferſucht ſeines Vaters geopfert wor⸗
den und konnte ihren gerechten Zorn darüber
nicht zurückhalten. Dieß empörte den König noch mehr. Er glaubte alles zu fürchten zu haben, von ihrem Geiſte, ihrem Muthe, von der hohen Achtung in der ſie am franzöſiſchen Hofe ſtund und von ihrer vertraulichen Korre⸗ ſpondenz mit der Königin ihrer Mutter.
Wenige Monate nach des Prinzen Tode, trat die Herzogin von Alba, welche eine der erſten Hofſtellen bekleidete, morgens in ihr Zimmer, mit einer Arzney in der Hand. Die Königin ſagte ihr, ſie befinde ſich wohl und werde die Arzney nicht nehmen. Die Herzogin wollte ſie dazu zwingen und der nicht ferne König trat bey dem Geräuſche dieſes Streits
herein. Er tadelte die Herzogin; dieſe ſtellte
ihm aber vor, die Aerzte hielten dieſe Arzney
für nothwenbig zu Beförderung ihrer glücklichen
Der König hielt den Tod des Prinzen ge⸗ 4


