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wenn der Prinz in Freyheit komme, weder für
ihn noch ſeine Miniſter mehr Sicherheit ſey,
er ſich von ſeinen Beſorgniſſen nur durch deſ⸗ ſen Tod befreyen könne. Lange ſchon miſchte man in alles was er zu ſich nahm ein ſchlei⸗ chendes Gift, das ihn langſam abzehren ſollte. Es wurde auf ſeine Kleider, ſein Leinen⸗ Zeug, kurz auf alles geſtreut, was er berüh⸗ den konnte. Doch, ſey es, daß ſeine Jugend, oder ſeine körperliche Beſchaffenheit ſtärker wa⸗ ren, als das Gift, oder daß die Perſonen, die ſich für ſein Leben intereſſirten, ihn veran⸗ laßten, Vorbauungs⸗Mittel zu gebrauchen— der Entwurf des Königs mißlang. Man mußte alſo auf andere Mittel denken und man er⸗ klärte dem unglücklichen Prinzen, daß er ſeine Todesart wählen könne.
37.
Don Karlos empfieng dieſe Nachricht mit der Gleichgültigkeit eines Menſchen, der etwas mehr liebt, als das Leben und für ſeine Ge⸗ liebte das nämliche Schickſal fürchtet. Was auch die ſpaniſchen Schriftſteller von der Wuth und Schlechtigkeit des Prinzen geſagt haben, um ſein Andenken zu beflecken und ſeinen Va⸗ ter zu rechtfertigen, es iſt gewiß, daß nur


