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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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und fürchtete, den ohnehin über den Tod ſei⸗ nes Freunds ſchon aufgebrachten Prinzen, aufs äußerſte zu erzürnen, wenn er ihm das mit ſolchem Ungeſtum fodernde Kommando verſage. Rui Gomez, der den König in der Sache des Markis ſo ſtandhaft gefunden, erſtaunte, ihn in einer ſo wichtigen Angelegenheit ſo unent⸗ ſchloſſen zu ſinden. Sein Intereſſe am Wohle des Königs ließ ihn die Schwäche nur mit Schrecken betrachten, mit welcher er dem Prin⸗ zen die Waffen in die Hand gab. Furcht iſt der ſicherſte Beſtimmungs⸗Grund ſchwache Geiſter; der König war alſo im Begriff, ſich zu Gunſten ſeines Sohns zu entſchließen. Rui Gomez ſah dieß wohl und wußte nicht, wie er es hindern ſolle? Da ſiel dem ſchlauen Manne das Reiſebüchlein ein, das ſeine Frau bey der Königin gefunden und das er ſeitdem als eine Kleinigkeit betrachtet hatte, die einſt zu rechter Zeit große Wirkung herporbringen könne. Er ſagte dem Könige: er glaube, ihm einen kleinen Umſtand eröffnen zu müſſen, den er bis jetzt für deſſen unwerth geachtet; der aber im jetzigen Augenblicke ihm die Meinun⸗ gen und Gefühle ſeines Sohnes beſſer werde kennen lehren. Der König, dem dieß wichti⸗ ger vorkam, als er vor Rui Gomez es ſchei⸗ nen laſſen wollte, verlangte das Büchlein ſelbſt v. Soden's Erzähl. II. 17