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So gefährlich auch dieſer Einfall des Prin⸗ zen ihr ſchien, ſo konnte ſich die Königin doch nicht enthalten, ihn zu belachen; aber indeß ſie dieſe Schrift laß, erhielt ſie Nachricht: der König befinde ſich ſehr übel. Sie hatte nur ſo viel Zeit, dem Prinzen die Anfbewahrung des Büchleins zu empfehlen; dieſer, der ihr angenblicklich folgen wollte, warf es in einen Schrank und ſchloß ihn zu. Er wußte nicht, daß die Fürſtin Eboli die Schlüſſel zu allen Schränken der Königin beſaß. Kaum war er hinaus, ſo nahm ſie ſeine Schrift. Groß war ihre Freude, nun ein ſo wichtiges Mittel zu beſitzen, ihm beym Könige zu ſchaden.
Sie überlegte, wie ſie ſich dieſes Büchleins bedienen könne, ohne daß man wiſſe, daß ſie es beſitze. Sie zweifelte nicht, die Königin, mit deſſen Wichtigkeit bekannt, würde es ſo⸗ gleich nach ihrer Rückkunft aufſuchen.
Augenblicklich ließ ſie alſo ein durchaus ähnliches Büchlein fertigen, in dem des Prin⸗ zen Handſchrift auf das genaueſte nachgeahmt war. Sie legte das falſche ſtatt des rechten hin und gab dieſes ihrem Gatten. Die Kö⸗ nigin fand bey ihrer Rückkunft die falſche Schrift, an dem Orte, den Don Karlos ihr angezeigt hatte, und eilte ſo ſehr, ſie zu verbrennen, daß ſie den Betrug nicht bemerkte.
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