— 238—
lichen Edelmuth. Doch beſchloß er, zu ſeiner Beruhigung, ihren Umgang künftig zu beobach⸗ ten. Er nahm große Veränderung in den er⸗ ſten Hofſtellen vor, um ſo auf eine unbefan⸗ gene Weiſe die Prinzeſſin Eboli zunächſt an die Perſon der Königin zu heften. Ihr vertrau⸗ licher Umgang mit dem Prinzen, deſſen Ajo ihr Gatte geweſen war, machte ſie am geſchick⸗ teſten, ſeine Geheimniſſe zu erforſchen.
Don Karlos, gewiß: geliebt zu ſeyn, ſchöpfte aus dieſer Aenderung keinen Argwohn; wohl aber ſchlug die Königin, bewußt, wie viele Freunde ihr Gatte in Frankreich beſaß, und wie ſcharf ſie beobachtet wurde, dieſe Aen⸗ derung nieder. Sie errieth deren Grund und da Don Karlos ſie beruhigen und ſich für die Fürſtin verbürgen wollte, verlangte ſie zu wiſ⸗
ſen, was ihn zu dieſem Zutrauen berechtige 2 Er bemerkte bald ſeine Täuſchung, und wie ängſtlich die Prinzeſſin Eboli ſie beyde beob⸗ achtete. Er durfte nicht blicken laſſen, wie ſehr ihn ihre Gegenwart beſchwere, und ſie ſchwelgte in dem Schmerze des Prinzen. Sie bewieß ihm mehr Zuneigung als je, begab ſich pünktlich zur Königin, ſo bald er dort war und wollte den Schein haben, als ſey es ſei⸗ netwegen. Doch, trotz all' ihrer Wachſamkeit,


