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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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Von einem alten treuen Diener begleitet, durch⸗ zog er Frankreich, Italien und die Schweiz; ward oft gerührt, oft entzündet, oft getäuſcht, nie befriedigt. In tiefer Schwermuth und Ver⸗ ſchloſſenheit kehrte er nach Deutſchland zurück; beſtimmt, jeder ernſten Verbindung zu entſagen, und die Stürme ſeiner kranken Phantaſie durch wilde Sinnlichkeit zu beſchwören.

5.

In dieſer Stimmung kam er nach B. und beſuchte dort die feineren, der Freude ge⸗ widmeten Säle. Die nackte Gemeinheit, die er natürlich hier gewahrte, eckelte ihn minder an, als die, unter dem verrätheriſchen Firniß der höhern Welt verhüllte, von der er ſo trau⸗ rige Erfahrungen gemacht hatte.

Einſt da er den üppigen Tänzen dieſer Ba⸗ jadeyen zuſchaute, die ſich zu einem allgemeinen Reihentanze mit ihren ephemeren Anbetern ver⸗ einigt hatten, erblickte er neben ſich eine ihrer Geſpielinnen, die er noch nie bemerkt zu haben glaubte. ganz dem Koſtüm des Orts gemäß gekleidet, aber einſam, ohne Nachbarin, mit geſenktem Blicke und auf dem Schvoße gefalteten Händen. Dies ſiel Edmund auf. Er begann ein Ge⸗

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Eine kleine runde Blondine, zwar