Ihre Ankunft in der Grafſchaft überraſchte die dortigen Souveräne. Sie wurden mit groſ⸗ ſem Gepränge empfangen. Reinholds ehrwür⸗ diges Aeuſſere, verbunden mit dem allgemeinen Rufe ſeiner Rechtſchaffenheit, flößte allen dieſen kleinen Sultanen Ehrfurcht und Schrecken ein. Der Anblick des kraftvollen, jugendlich⸗blü⸗ henden Mitkommiſſärs beruhigte ſie wieder ein wenig. Auf ihn ſetzten ſie alle ihre Hoffnun⸗ gen; er ſetzte alle blaue Augen der Graf⸗ ſchaft in Bewegung.
Der Präſident, ein kleines dürres Männ⸗ chen, einſt Kammerdiener des herzoglichen Mi⸗
niſters, und durch mannigfaltige Dienſte und Gefälligkeiten bis zu dieſem Poſten geſtiegen,
hatte alles Kriechende ſeines Urſtandes beibe⸗ halten; zu ſchwach, um laſterhaft, zu gemein, um ſelbſtſtändig zu ſeyn. Er erſchöpfte ſich gegen die herzoglichen Exzellenzen in Bückingen und Aufmerkſamkeiten.
Neben ihm ſaß am Ruder der Rentkammer⸗ Direktor von Wild, einſt Sekretär des Präſi⸗ denten, dann durch eine voreilige Liebſchaft deſſelben mit ſeiner Schweſter und deren Folgen ſein Schwager, und durch ihn auf dieſen Po⸗ ſten gehoben. Eine verſchmitzte, habſüchtige, gemeine Schreiber⸗Seele, ohne Grundſätze.
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