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St. Patrik, der Apoſtel von Irland, geboren, an einem Orte, wo noch heut zu Tage ein Dorf und eine Kirche dieſes Namens zu finden ſind. Nicht weit davon ſtößt man auf Ueberbleibſel von der berühmten Römermauer, die unter der Regierung Antonins erbaut wurde, ſich vom Clyde bis an den Forth erſtreckte, und mit Thürmen befeſtigt war, um das Land vor den Einfällen der Scoten oder Caledonier zu beſchützen, welche die weſtlichen Hoch⸗ länder bewohnten. Die Kaufleute von Glasgow ſind entſchloſſen, in einer Parallel⸗Linie mit dieſer Mauer zwiſchen den beiden Meerbuſen einen ſchiffbaren Kanal zu ziehen, der von unendlichem Nutzen für ihren Handel ſeyn wird, indem ſie auf dieſe Art ihre Güter von einer Seite der Inſel zur andern transportiren können.
Von Glasgow aus reisten wir am Ufer des Clyde hin, der ein hübſcher Fluß iſt, auf beiden Seiten mit Landſitzen, Städten und Dörfern geziert. Es fehlt hier nicht an Buſchwäldern, die mit Wieſen und Kornfeldern abwechſeln, allein dieſſeits Glasgow findet man wenig anderes Getraide als Haber und Gerſte, und zwar den erſtern viel beſſer, letztern aber weit ſchlechter als in Eng⸗ land. Es wundert mich, daß es ſo wenig Roggen gibt, da dieſe Frucht doch beinahe auf jedem Boden fortkommt, noch mehr aber muß ich darüber ſtaunen, daß der Kartoffelbau in den Hochlanden ſo vernachläßigt iſt, während doch die armen Bauern nicht Mehl genug haben, um ſich für den Winter mit Brod zu verſehen. Auf der andern Seite des Fluſſes liegen die Städte Paisley und Ren⸗ frew. Erſtere war ein unanſehnliches Dorf, iſt aber durch ſeine
verſchiedenen Manufakturen, in denen Leinwand, Kammertuch, ge⸗
blümtes Neſſeltuch und Seide bereitet wird, zu einem der blü⸗ hendſten Orte des Königreichs geworden. Früher war Paisley
durch ein reiches Mönchskloſter berühmt, welches der Verfaſſer
des berühmten Scoti chronicon, Clugny, unter dem Titel:„das ſchwarze Buch von Paisley,“ ſchrieb. Die alte Abtei ſteht immer noch, iſt aber in ein Wohnhaus umgewandelt, und gehört dem


