Teil eines Werkes 
15. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 2. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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Zweifel zu hegen, bis er zuletzt der gewöhnlich angenommenen Bedeutung des Wortes ewig offen den Krieg ankündigte. Gegen⸗ wärtig iſt er überzeugt, ewig bedeute weiter nichts als eine un⸗ beſtimmte Anzahl von Jahren, und der allerabſcheulichſte Sünder könne jedenfalls mit 9999999 Jahren hölliſches Feuer loskommen, eine Periode oder ein Zeitraum, die, wie er ſehr richtig bemerkt, nur gleichſam einen unmerklichen Tropfen in dem Ocean der Ewig⸗ keit ausmacht. Dieſes Milderungsſyſtem vertheidigt er jetzt und behauptet, daß es ſich weit beſſer mit den Begriffen von Güte und Barmherzigkeit, die wir von dem höchſten Weſen haben, ver⸗ einigen laſſe. Unſere Tante ſchien geneigt, ſeinen Lehrſatz auch zum Beſten der gottloſen Sünder anzunehmen, allein er ließ ſich verlauten, kein Menſch ſey ſo durchaus gerecht, daß er nach dem Tode von aller Strafe befreit bleiben könne, und der frömmſte Chriſt auf Erden dürfe von großem Glück ſagen, wenn er mit etwa ſieben oder achttauſend Jahren mitten in Feuer und Schwe⸗ felflammen abkomme. Gegen dieſes Dogma empörte ſich Jungfer Tabitha, ja ſie ward mit Schrecken und Abſcheu davor erfüllt. Sie nahm ihre Zuflucht zur Gelehrſamkeit Humphry Klinker's, welcher rund heraus erklärte, dieß ſey die papiſtiſche Lehre vom Fegfeuer und zur Vertheidigung ſeiner Anſicht die Worte anführte: In's ewige Feuer, das bereitet iſt dem Teufel und ſeinen Engeln. Der hochehrwürdige Herr Magiſter Mackor⸗ dendale und alle Gottesgelahrte und Heilige aus dieſer Gemeinde wurden um Rath gefragt, und einige von ihnen hegten Zweifel

über die Sache. Dieſe Serupel und Zweifel nun hatten auch unſere

Tante zu ergreifen angefangen, als wir von Edinburgh abreisten.

Wir kamen durch Linlithgow, wo ehedem ein eleganter könig⸗ licher Palaſt ſtand, der aber jetzt, wie die Stadt ſelbſt, gänzlich verfallen iſt. Nicht viel beſſer ergeht es dem Städtchen Stirling, das übrigens immer noch mit ſeinem ſchönen alten Schloſſe prangt, wo die ſchottiſchen Könige während ihrer Minderjährigkeit zu reſi⸗