Teil eines Werkes 
14. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 2. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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172 ſo daß wir genöthigt waren, entweder umzukehren oder zu laviren. Mit einem Wort, die Kühlung, wie es die Bootsleute nannten, wuchs zu einem Sturm mit Wind und Regen, und zugleich kam ein ſolcher Nebel, daß wir die Stadt Leith, wohin wir ſegeln wollten, nicht einmal ſehen konnten, ja ſelbſt das Edinburgher Schloß, das doch gewiß hoch liegt. Man kann ſich leicht vor⸗ ſtellen, daß uns Allen bei dieſer Gelegenheit nicht wohl zu Muthe war, zumal da die meiſten Paſſagiere eine Uebelkeit anwandelte, die ein heftiges Erbrechen zur Folge hatte. Meine Tante bat ihren Bruder, er möchte doch den Schiffern befehlen, nach Kinghorn zu⸗ rückzufahren, und er machte auch wirklich den Vorſchlag, allein ſie verſicherten ihn, es habe keine Gefahr. Als Jungfer Tabitha ſah, daß ſie ſich nichts einreden laſſen wollten, fing ſie an zu ſchelten und forderte meinen Oheim auf, er ſolle ſein Anſehen als Friedensrichter brauchen. Krank und übellauniſch, wie er war, konnte er ſich doch bei dieſem weiſen Verlangen eines Lachens nicht erwehren, und ſagte zu ihr, ſein Amt erſtrecke ſich nicht ſo weit, allein er würde auch im andern Fall den Leuten ihren Willen laſſen, denn er ſey nicht ſo naſeweis, einen alten Hahn lehren zu wollen, wie er zu krähen habe. Jungfer Winifred Jenkins er⸗ leichterte ſich mit Hülfe Humphry Klinkers, der ſich in Gebet und in Ergießungen mit ihr vereinigte. Da er es für eine ausge⸗ machte Sache hielt, daß wir nicht mehr lange zu leben haben, ſo wollte er dem Fräulein Tabitha geiſtlichen Troſt zuſprechen, den dieſe aber ſehr höhniſch von ſich wies, mit dem Bedeuten, er ſolle ſeine Predigten an ſolche Leute richten, die Muße genug haben, einen ſolchen Unſfinn anzuhören. Mein Oheim ſaß wir in Ge danken da, ohne ein Wort zu ſprechen; mein Bedienter Archy ſuchte Troſt bei einer Branntweinflaſche, mit der er ſo vertraut that, daß ich glaubte, er habe einen Schwur gethan, an einem andern Getränke, als am Seewaſſer zu ſterben; allein der Branntwein