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lichkeit geſchehen, bleibt ihnen verborgen. Beſonders berühmt ſind ſie durch die Gewandheit, womit ſie die Funktionen Mercurs voll⸗ ziehen, obgleich ich ſie noch niemals zu einem derartigen Geſchäfte gebraucht habe. Bedürfte ich nämlich eines ſolchen Dienſtes, ſo eignet ſich mein eigner Kammerdiener Archy M'Alpine ſo gut dazu, daß ich mir von einem Edinburgher Cawdy nichts Beſſeres ver⸗ ſprechen könnte, und ich müßte mich ſehr irren, wenn er nicht früher einmal zu der Brüderſchaft gehört hat. Dem ſey, wie ihm wolle, ſie hatten den Einfall, in Leith ein Mittageſſen und einen Ball zu geben, wozu ſie förmlich alle junge Herren vom Adel und andere, die beim Wettrennen zugegen waren, einluden; um dieſer Einladung gehörigen Nachdruck zu verſchaffen, gaben ſie die Ver⸗ ſicherung, daß alle berühmte Damen, welche das Kloſter und den Eheſtand, aber die Männer nicht haſſen, die Güte haben werden, das Feſt mit ihrer Geſellſchaft zu ſchmücken und zu zieren. Ich empfing gleichfalls eine Karte und ging mit einem halben Dutzend von meinen Bekannten dahin. Man deckte in einem großen Saake auf einer langen Reihe zuſammengeſchobener Tiſche, und hier ſetzte ſich die Geſellſchaft, etwa achtzig Perſonen ſtark, Lords, Land⸗ junker und andere junge Herrn, Freudenmädchen und Cawdies untereinander, wie bei den Saturnalien im alten Rom die Scla⸗ ven und ihre Herren. Der Ceremonienmeiſter, der am obern Ende des Tiſches ſaß, war ein Cawdy, Namens Fraſer, ein alter Mädchenzuführer, ausgezeichnet durch ſeine drolligen Einfälle und ſeine Schlauheit, und in ſeiner Profeſſion allen Gäſten beiderlei Geſchlechts wohlbekannt und von allen verehrt. Er hatte die Mahlzeit und den Wein beſtellt, auch dafür Sorge getragen, daß alle ſeine Zunftbrüder in anſtändiger Kleidung und reiner Wäſche erſchienen; er ſelbſt trug zur Ehre des Feſtes eine dreiknotige Perücke. Ich verſichere Sie, das Banket war äußerſt elegant, alle Tafeln reichlich mit Speiſen und Getränken beſetzt, welche mit tauſend drolligen Einfällen, den Erzeugniſſen allgemeiner Heiter⸗


