Teil eines Werkes 
13. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 1. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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das Thier fieng hier an zu brüllen und Sprünge zu machen, daß ich glaubte, es werde ſeinen Käſich zerreißen und uns Alle mit Haud und Haar auffreſſen, und der Herr, von dem ich geſagt habe, lachte überlaut, aber ich will mir den Kopf abſchlagen laſſen, daß das Vräulein eine ſo gute Jungver iſt, wie ein un⸗ gebornes Kind, und deßwegen hat entweder der Herr gelogen, oder der Löwe muß in's Gefängniß, weil er falſch Zeugniß gegen ſeinen Nächſten geredet hat, denn das achte Gebot heißt: Du ſollſt nicht falſch Zéugniß reden wider deinen Nächſten.

Hernach bin ich auch mit einer großen Geſellſchaft in Sau⸗ terswell geweſen, und da habe ich eine ſolche Menge Hokuspokus⸗ Tänze und Sprünge auf Seilern und Drähten geſehen, daß es mir ganz grün und gelb vor den Augen wurde, und ich um ein Haar in Ohnmacht gefallen wäre. Ich glaubte, es ſey Alles Hexerei, und da dachte ich, ſie haben mich auch ſchon behert und fing an, laut zu ſchreien. Sie weiß ja wohl, daß die Herxen bei uns in der Walpurgisnacht auf Beſenſtielen in der Luft reiten. Aber hier ritten ſie und hatten nicht einmal einen Beſenſtiel oder ſonſt nichts in der Welt, und ſchoſſen ihre Piſtole in der Luft ab. Und ſie muſizirten mit Trompeten und Trommeln, ſchwenkten ſich und fuhren mit Schubkarren auf einem eiſernen Draht, der nicht dicker war, als ein Spinnfaden, ſo daß es nicht anders ſeyn kann, es muß mit dem Gottſeybeiuns zugehen. Ein hübſcher Herr mit einer Zopſperrücke und einem goldenen Degen an der Seite ſetzte ſich zu mich, ſprach mir ganz höflich Muth zu und wollte mich mit einem Glas Wein traktiren, aber ich wollte nicht da bleiben, und ſo, als wir durch den finſtern Gang gingen, fieng er an, ſeinen Pferdefuß zu zeigen, und wollte meine arme Seele mit