Teil eines Werkes 
13. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 1. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
Einzelbild herunterladen

in den Weg geſchickt, der heißt Humfry Klinker, und iſt die beſte Seele, ſo weit man Brod ißt. Bei ihm iſt das Sprüchwort wahr, eine hungrige Katze kann gut Mäuſe fangen, und man ſieht einem Menſchen oft nicht an, was in ihm ſteckt, aber ich glaub es wohl, wenn man lang krank geweſen iſt, kann man nicht gut ausſehen, und wenn man nichts verdient, ſo muß man Hunger leiden.

O Migchen, was ſoll ich Ihr von London erzählen? Alle Städte, die ich meiner Lebtage geſehen habe, ſind nur elende Bauern⸗Neſter gegen dieſe wundervolle Stadt. Sogar Bath, das ſchöne Bath, iſt nur ein ſchlechtes Dorf dagegen. Man könnte glauben, die Straßen hätten gar kein Ende, ſo lang ſind ſie. Und dann ſind ſo allmächtig viel Leute darauf, die immer einer ſchneller gehen, als der andere. Den ganzen Tag ein Gefahre mit Kutſchen, ein Geſchrei und ein Gewimmel von Leuten, die etwas zu kaufen haben, und dann iſt hier ſo viel Wunderbares zu ſehen, daß man Naſe und Ohr aufſperren möchte. Ach du libſte Zeit, ſo lange ich jetzt hier bin, geht es in meinem armen wäli⸗ ſchen Gehirn herum, wie ein Mühlrad; ich habe hier den Park geſehen und den Palläſt St. Schemſes und des Königs und der Königin großen Kaningtongarten, und die ſüßen kleinen Prinzen und die großmächtigen Elephanten und den bunten Eſel und die ganze königliche Familie.

In der vorigen Woche fuhr ich mit dem jungen Vräulein nach dem Tauer und Wir beſahen da die Krone und die wilden Thiere und ich ſage Ihr, da war ein reißender Löwe, der hatte Zähne, ſo lange, als eine halbe Elle, und da war ein Herr, ver ſagte zu mir, ich ſolle ja der Beſtie nicht nahe kommen, wenn ich keine Jungver mehr ſey, denn ſonſt würde er brüllen und mich in tau⸗ ſend Stücke zerreißen. Es war mir auch gar nicht darum zu thun, nahe heran zu gehen, denn ich kann ſo gefährliche Thiere gar

nicht leiden. Aber das Vräulein ging ganz dreiſt auf ihn zu und