Teil eines Werkes 
13. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 1. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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Wayrſcheinlichkeit nach bei ſeinem Meiſter, dem Hufſchmid, Me⸗ dizin ſtudirt.

Beim Mittageſſen fragte ihn mein Oheim, ob er ſich jemals mit der Medizinerei abgegeben habe.O ja, ſagte er,mit Ehren zu vermelden vor Euer Gnaden, bei unvernünftigen Thie⸗ ren wohl, aber mit vernünftigen Geſchöpfen gebe ich mich nicht ab.Ich weiß zwar nicht, ob Du Deine Zuhörer, denen Du in St. James vorpredigteſt, unter dieſe Klaſſe rechneſt, aber ich möchte gerne erfahren, was für eine Art Pulver Du ausgetheilt, und ob Du viel davon verkauft haſt.Verkauft, gnädiger Herr! rief Klinker;ich hoffe, ich werde nie ſo niederträchtig werden, für Gold und Silber das zu verkaufen, was eine freie Gabe der Gnade Gottes iſt. Ich habe, erlauben's Euer Gnaden, nichts ausgetheilt, als ein Wort der Ermahnung an meine Brüder im Dienſt und in der Sünde.Ermahnung! und über was? Ueber das gottverdammte Fluchen, mit Reſpekt zu vermelden, das ſo abſcheulich und gräßlich iſt, daß mir die Haare zu Berge ſtehen.Ja, wenn Du ſie von dieſer Krankheit kuriren kannſt, ſo will ich Dich für einen wahren Wunderdoctor halten. Warum nicht kuriren können, liebſter Herr? Die Herzen dieſer armen Leute ſind nicht ſo verſtockt, als Euer Gnaden zu denken ſcheinen. Wenn man ihnen nur begreiflich macht, daß man bloß ihr eigenes Beſte will, ſo werden ſie ſchon geduldig zuhören, und dann kann man ſie leicht überzeugen, daß es eine ſündliche, när⸗ riſche Angewöhnung iſt, die ihnen weder Nutzen noch Freude bringt. Bei dieſer Bemerkung wechſelte mein Oheim die Farbe, und ſah ſich in der Geſellſchaft um, weil er wußte, daß es in dieſem Punkt bei ihm ſelbſt nicht ganz ſauber ausſah.Aber, Klin⸗ ker, ſagte er,wenn Du Beredtſamkeit genug beſitzeſt, den ge⸗ meinen Leuten dieſe rhetoriſchen Tropen und Figuren abzugewöh⸗ nen, ſo wird wenig oder nichts mehr übrig bleiben, woran man die Sprache des Geſindes von der Sprache der Vornehmen unter⸗