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Biſchof iſt nicht auf unſerm Buſche gewachſen.“—„Das iſt er auch nicht, das iſt er auch nicht, ha, ha, ha!“ lachte der Herzog, „da haben Sie mich Ihren Dorn fühlen laſſen, mein lieber Herr Bramble— ha, ha, ha! Aber thut nichts; es ſoll mich freuen, wenn Sie mich einmal in meinem Hauſe beſuchen wollen— Sie wiſſen ja wohl den Weg?—— Die Zeiten haben ſich geändert. Ob ich gleich nicht mehr die Macht habe, ſo habe ich doch noch den guten Willen.—— Ihr ganz gehorſamſter Diener, mein lieber Herr Blackberry.“ Mit dieſen Worten ſchob er ſich nach einer andern Ecke des Saals.„Was das für ein lieber alter Herr iſt!“ ſagte Herr Barton,„wie lebhaft! welch ein Gedächt⸗ niß! Er vergißt ſeine alten Freunde niemals.“—„Gar zu viel Ehre für mich,“ bemerkte unſer Squire,„daß er mich auch zu ihnen rechnet. So lang ich im Parlament ſaß, habe ich im Gan⸗ zen nur dreimal mit dem Miniſterium geſtimmt; als mein Ge⸗ wiſſen mir ſagte, daß es Recht hatte. Indeſſen wenn er noch Morgenbeſuche annimmt, ſo will ich meinen Neffen einmal dahin führen, damit er ſolche Auftritte ſehe und vermeiden lerne; denn meines Erachtens macht ein freier Britte nirgends eine ſchlechtere Figur, als im Vorzimmer eines Miniſters. Von dieſem Lord will ich hier jetzt weiter nichts erwähnen, als daß er vor dreißig Jah⸗ ren der gewöhnliche und alltägliche Gegenſtand des Spottes und Haſſes war. Man verlachte ihn allgemein als einen politiſchen Affen, deſſen Thorheiten durch ſeinen Rang und ſein Anſehen nur noch mehr an's Licht gebracht wurden; die Dppoſition ver⸗ wünſchte ihn als den unermüdeten Helfershelfer eines Rädels⸗ führers, den man mit Recht als Vater aller Corruption brand⸗ markte; allein dieſer lächerliche Affe, dieſer feile Knecht hatte nicht ſobald den Poſten, wozu er ſo ſchlecht befähigt war, ver⸗ loren und die Parteifahne aufgeſteckt, ſo ward er auf einmal in ein Muſter von vaterländiſcher Tugend verwandelt; dieſelben Leute, die ihn vorher mit Koth beworfen, erhoben ihn jetzt bis an die


