Teil eines Werkes 
13. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 1. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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ſtehen die Senften Tag und Nacht auf offener Gaſſe und ſaugen den Regen ſo lange ein, bis es durchweichte lederne Sitze werden, zum Beſten der Podagriſten und Gichtbrüchigen, die ſich darin herumſchleppen laſſen müſſen. Dieſe in der That ſehr ſchlechte Anſtalt erſtreckt ſich über die ganze Stadt, und ich bin feſt über⸗ zeugt, daß ſie auf die armen Kranken und Schwachen höchſt nach⸗ theilig einwirkt. Auch die geſchloſſenen Senften für die Kranken ſtehen den ganzen Tag im Freien, bis ſie kalt und naß werden, wie ein mit Schneewaſſer getränkter Schwamm, und es iſt leicht abzuſehen, wie heilſam dieß für einen ſolchen Kranken iſt, zumal wenn er mit offen ſtehenden Poren noch dampfend aus dem Bade kommt.

Wir kehren indeß zum Cireus zurück. Seine Lage iſt dadurch unbequem, daß er ſo weit von allen Märkten, Bädern und andern öffentlichen Zuſammenkunftsorten abliegt. Der einzige Zugang zu demſelben durch Gahſtreet iſt ſo ſchwierig, ſteil und ſchlüpfrig, daß er bei naſſem Wetter ſowohl für die Fahrenden als auch für die Fußgänger ſehr gefährlich ſeyn muß, und wenn vollends Schnee liegt, wie gerade dieſen Winter hindurch vierzehn Tage hinterein⸗ ander der Fall geweſen, ſo ſehe ich nicht ein, wie ein Menſch hinauf oder herunter gehen ſoll, ohne Arme und Beine zu brechen. Bei windigem Wetter, hat man mir geſagt, ſind die Häuſer auf dieſem Hügel voll Rauch, der durch den Wind, welcher von dem dahinter liegenden Berge zurückprallt, in die Schornſteine geſchlagen wird. Eben dieſe Prallwinde ſind es nach meiner Anſicht auch, welche die Luft hier feuchter und ungeſunder machen müſſen als auf dem großen Platze im Thale. Denn der Berg, der dort hin⸗ ter dem Eireus liegt, zieht die Wolken, die ſich von den beſtän⸗ digen Ausdünſtungen der Bäder und Bäche im Grunde bilden, an ſich und hält ſie auf, ſo daß die Luft hier niemals von Feuch⸗ tigkeiten und Dünſten rein wird. Doch darüber kann man durch einen Hygrometer leicht Gewißheit erlangen oder auch durch ein

Smollet's Romane. RIII. 4