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lieblichſten Dufte, als von dem widrigſten Geruche, wie aus der Van Vloudel'ſchen Neberſetzung des Horaz bei der ſchönen Ode Quis multa gracilis etc. zu erſehen, da er die Worte liquidis perfusus odoribus alſp gegeben: van civet et moschata ge- stinken. Ueberdies ſeyen toto coelo die Anſichten vom Geruch verſchieden, und der Begriff davon eben ſo ſchwankend, wie der von Schönheit: die Franzoſen hauchen die Ausdünſtungen des in den Körpern der Thiere deſtillirten Waſſers mit Wolluſt ein, eben ſo die Hottentotten in Afrika und die Wilden in Grönland; die Jeger auf der Küſte von Senegal berühren einen Fiſch nicht eher, als bis er in Fäulniß übergegangen ſey; lauter gewichtige Gründe für das, was man gemeiniglich Geſtank zu nennen pflege, da dieſe Nationen im Stande der Natur leben, nicht verderbt durch Veppigkeit, nicht verführt durch Vorurtheil und Eigendünkel. Er habe Gründe zu glauben, daß der ſterkoriſche Duft, den das Vor⸗ urtheil als Geſtank verabſcheue, in der That und Wahrheit den Geruchsorganen am allerangenehmſten ſey; denn Jedermann, der ſich ſtelle, als eckle es ihm vor dem Geruch des Auswurfs einer andern Perſon, rieche ſeinen eigenen mit ganz beſonderem Wohl⸗ gefallen, und das werden ihm alle die Damen und Herren, die zugegen ſeyen, bezeugen.“ Ferner ſagte er:„Die Einwohner von Madrid und Edinburgh finden ein außerordentliches Vergnügen arin, ihre eigene Atmoſphäre einzuziehen, die beſtändig mit ſter⸗ kwiſchen Ausdünſtungen geſchwängert ſey. Der gelehrte Doctor B.. erkläre in ſeiner Abhandlung von den vier Digeſtionen, auf was Art die volatiliſchen effluvia der intestinorum die Wir⸗ kungn und Thätigkeiten der animaliſchen Oekonomie reizen und beförtern. Ja, der verſtorbene Großherzog von Toscana, aus dem Hauſe Medicis, ein Mann, der mit philoſophiſchem Scharfſinn über di ſinnlichen Lüſte rafſinirt, habe an dieſem Geruch ſo viel Geſchmat gefunden, daß er aus dem Unrath eine Eſſenz ziehen laſſen unt ſich derſelben als des lieblichſtenRiechwaſſers bedient


