19
ehe Sie klagend auftreten. Ich weiß, Sie ſind ſelbſt ein großer Jagdliebhaber und möchten gern manchmal Ihren Freunden eine Freude machen; ich brauche Ihnen nicht zu ſagen, daß meine Wäl⸗ der ganz zu Ihren Dienſten ſtehen; aber es kann nöthig ſeyn, Ihnen den Wink zu geben, daß ich mehr für meine Flinte fürchte, als für mein Wild. Wenn Sie einige Paar Rebhühner erübrigen können, ſo ſchicken Sie mir ſolche mit der nächſten Poſt und ſagen Sie der Gwillim, ſie habe vergeſſen, meine Flanelle und meine weiten Filzſchuhe in den Mantelſack zu packen. Ich werde Sie nach alter Gewohnheit von Zeit zu Zeit mit meinen Briefen heim⸗ ſuchen, bis Sie es endlich, wie ich nicht zweifle, müde werden, länger zu korreſpondiren mit Clifton, den 17. April. Ihrem aufrichtigen Freunde M. Bramble.
An Miß Uydia Melford.
Miß Willis hat mir das Todesurtheil geſprochen! Sie reiſen hinweg, geliebteſtes Fräulein! Man führt Sie fort von hier und ich weiß nicht wohin! Was ſoll ich anfangen? Wohin ſoll ich mich wenden um Troſt für mein Herz? Ich weiß nicht, was ich ſage.— Die ganze Nacht durch wurde ich in einem Meer von Zweifeln und Befürchtungen, Ungewißheit und Angſt hin und her geworfen, außer Stands, zwei Gedanken hinter einander zu denken, geſchweige denn irgend einen Plan für mein künftiges trauriges Leben zu machen. Ich wäre faſt in Verſuchung, zu wünſchen, daß ich Sie nie geſehen hätte, oder daß Sie weniger liebenswürdig und weni⸗ ger mitleidig mit Ihrem armen Wilſon geweſen ſeyn möchten; und doch wäre es abſcheuliche Undankbarkeit von mir, einen ſolchen Wunſch zu thun; denn wie unendlich viel bin ich nicht Ihrer himm⸗ liſchen Güte ſchuldig! Mit welch unnennbarem Entzücken hat nicht


