151
entflammte ihn jetzt zu ſo heftiger Ungeduld, daß er in möglichſter Eile nach London abzureiſen beſchloß.
Zu dem Ende wandte er jetzt beinahe jede Stunde zu Ordnung ſeiner häuslichen Angelegenheiten an. Er dankte die Bedienten ſeines Vaters ſämmtlich ab, miethete andere auf Empfehlung ſeiner Schwe⸗ ſter, welche die Verwaltung ſeines Hauſes während ſeiner Abweſen⸗ heit zu übernehmen ihm verſprach. Er bezahlte das erſte halbe Jahr des Wittwengehalts ſeiner Mutter voraus, und ſeinem Bruder Gam gab er mehrere Gelegenheiten, ſeine Vergehungen gegen ihn zu er⸗ kennen, ſo daß er es wohl vor ſeinem Gewiſſen hätte verantworten dürfen, wenn er einen Schritt zu ſeiner Ausſöhnung gethan. Allein den jungen Herrn hatte das Unglück noch nicht genug gedemüthigt, und er unterließ nicht nur, Friedensvorſchläge zu thun, ſondern er ergriff auch jede Gelegenheit, über die Aufführung unſeres Helden zu läſtern, und ſeine Perſon herabzuſetzen. In dieſem Verfahren beſtärkte ihn ſeine billigdenkende Mama, ja ſie reizte ihn ſogar dazu auf.
Nachdem nun ſolchergeſtalt vor der Hand Alles regulirt war, machte ſich das Triumvirat wieder auf den Rückweg nach London, auf eben die Weiſe, wie es dorther gekommen war. Nur eine kleine Abänderung fand Statt, nämlich die, daß Hatchway ſtatt des Pips, der ſie mit noch einem andern Bedienten zu Pferde begleitete, den neu ausſtaffirten Kammerdiener bei ſich in der Chaiſe hatte.
Sie mochten etwa zwei Drittheile ihrer Reiſe zurückgelegt haben, als ſie von ungefähr auf einen Landjunker ſtießen, der von dem Beſuch bei einem ſeiner Nachbarn zurückkam. Dieſer hatte ihn ſo gaſtfrei bewirthet, daß er, wie der Lieutenant bemerkte, bei jeder Bewegung ſeines Pferdes, das ein trefflicher Renner war, wie die Kanonenläufe rollte, wenn die See hoch geht. Als die Chaiſen in voller Eile bei ihm vorbeifuhren, erhob er das Jagdgeſchrei mit einer Stimme, die wie ein Waldhorn klang, und gab zugleich ſeinem Rothfuchſe die Sporen, um mit dem Wagen gleichen Schritt zu halten.


