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von Rang und Vermögen, die ihm zu Geſicht kam, rief die heitern Bilder ſeiner ehemaligen Lebensweiſe wieder in ſein Gedächtniß zurück. Hierzu geſellten ſich ſo kränkende Betrachtungen, daß ſeine Seele dadurch tödtlich verwundet ward. Daher lebte er beſtändig unter allen Foltern des Neides und der Unruhe. Wenn ich ſage„Neid,“ ſo meine ich nicht jene niederträchtige Leidenſchaft; vermöge deren Jemand ſich über das Glück ſeines Nächſten betrübt, wenn er daſſelbe auch noch ſo ſehr verdient hat, ſondern jenen ſich ſelbſt quälenden Unwillen über die Glückſeligkeit der Thoren, Unwiſſenden und Böſe⸗ wichter. Ohne die Strahlen der Freude, die er noch zuweilen in dem Umgange mit wenigen Freunden empfand, wäre er nicht im Stande geweſen, ſein Daſeyn zu ertragen, oder ſein Gehirn würde wenigſtens in heftige Zerrüttung gerathen ſeyn. Doch man findet immer ſelbſt in der ſchlimmſten Lage irgend einen Umſtand, der einem Erleichterung verſchafft. Dergleichen ausfindig zu machen, war Pickle ſo ſinnreich, daß er gegen ſeine fehlgeſchlagenen Erwar⸗ tungen eine lange dauernden Strauß hielt, bis die Zeit da war, wo ihm ſein Jahrgehalt von dreihundert Pfund gezahlt zu werden pflegte.
Da jedoch der Tag vorüberging, ohne daß er den ihm bewillig⸗ ten Schadenerſatz erhielt, ſo ſchrieb er an den Miniſter, erinnerte ihn an ſein Verſprechen, ſchilderte ihm ſeine Lage und gab ihm zu ver⸗ ſtehen, ſeine Umſtände zwängen ihn, um ſeinen Gehalt für das nächſte Jahr anzuſuchen.
Am Morgen nach der Abſendung dieſer Zuſchrift ging der Ver⸗ faſſer in die Wohnung Seiner Excellenz, in der Erwartung, auf ausdrücklichen Befehl vorgelaſſen zu werden. Allein er täuſchte ſich in ſeiner Hoffnung; der Miniſter war nicht ſichtbar. Er erſchien ſodann beim Lever, und hoffte, in's Cabinet gerufen zu werden. So fleißig er aber auch auf jeden Blick von Sir Steady lauerte, ſo konnte er doch keinen erlangen, und hatte die Betrübniß, ihn ſich entfernen zu ſehen, ohne der geringſten Aufmerkſamkeit von ihm ge⸗ würdigt zu werden.


