136
vereinigt zu ſeyn das Glück habe. Anfänglich verdroß Peregrine die Vermeſſenheit ſeines Kammerdieners; bei näherer Ueberlegung ſöhnte er ſich aber mit einer Begebenheit aus, die ihn von einer beſchwer⸗ lichen Bürde befreite. Denn er hatte jetzt ſeine Luſt gebüßt, und fing an, ſeiner Acquiſition überdrüſſig zu werden. Er beſann ſich, wie treu ihm der Schweizer ſo lange Jahre gedient, und wie viel Anhänglichkeit er gegen ihn bezeigt hatte. Er hielt es daher für grauſame Strenge, ihn wegen eines verzeihlichen Fehltritts der Ar⸗ muth und Noth preiszugeben. Deßhalb beſchloß er, ihm ſeinen ge⸗ wagten Schritt zu verzeihen, und ihn einigermaßen in den Stand zu ſetzen, die Haushaltung zu beſtreiten, die er ſich auf den Hals gela⸗ den hatte.
In dieſer Geſinnung ſchrieb er dem Verbrecher eine günſtige Antwort, und wünſchte, ihn ſobald zu ſehen, als ſeine Leidenſchaft ihm vergönnen würde, die Arme ſeiner Gattin auf eine oder ein paar Stunden zu verlaſſen. Dieſem Winke gehorſam, verfügte ſich Hadji ſofort nach der Wohnung ſeines Gebieters, und erſchien vor ihm mit der bußfertigſten Miene. Wiewohl Peregrine ſich bei ſeiner Armen⸗ ſündermiene kaum des Lachens erwehren konnte, ſo unterließ er den⸗ noch nicht, ihm einen ſcharfen Verweis zu geben, und ihm zu ſagen, er hätte das durch Bitten erhalten können, was er ſich verſtohlener Weiſe genommen habe. Der Schuldige verſicherte ihn, daß nächſt dem Zorn Gottes unter allen Uebeln, die er ſich zuzuziehen am mei⸗ ſten fürchtete, das Mißfallen ſeines Herrn das größte wäre. Die Liebe habe ſein Gehirn ſo zerrüttet gehabt, daß ſie alle andere Vor⸗ ſtellungen, außer die, ſeine Begierde zu befriedigen, daraus verbannt hätte. Er geſtand, daß er nicht vermögend geweſen ſeyn würde, ſei⸗ nem leiblichen Vater Liebe und Gehorſam zu zeigen, wenn ſich dieſer ſeiner Leidenſchaft widerſetzt hätte. Dann appellirte er an das Herz ſeines Herrn, indem er auf gewiſſe Vorfälle in dem Leben unſeres Helden anſpielte, welche die verzweiflungsvollen Wirkungen der Liebe augenſcheinlich bewieſen. Kurz, er hielt ſich eine ſolche Schutzrede,


