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und ſie an ſeine Lippe drückte,„von Ihnen allein hoffe ich jene huldvolle Nachgiebigkeit, die mich mit Strömen himmliſcher Wonne beſeligen würde. Sagen Sie mir nichts von Eltern und Anverwand⸗ ten! Die denken immer ſchmutzig, albern und bornirt. Suchen Sie, ich beſchwöre Sie, meine Leidenſchaft nicht ſolchen niedrigen Feſſeln zu unterwerfen, die nur um des gemeinen Haufens willen vorhanden ſind! Meine Liebe iſt viel zu edel und zart, um dieſe Bande des Pöbels zu ertragen, die nur dazu dienen, das Verdienſt einer frei⸗ willigen Neigung zu zernichten, und einen Mann unaufhörlich an die harten Geſetze der Nothwendigkeit zu erinnern, unter denen er ſchmach⸗ tet. Theuerſter Engel, erſparen Sie mir die Kränkung, Sie aus Zwang lieben zu müſſen, und ſeyen Sie die einzige Beherrſcherin meines Herzens und Vermögens! Ich will Sie nicht ſo beleidigen, und von Feſtſetzung eines Jahrgehalts mit Ihnen ſprechen. All' mein Hab' und Gut ſteht zu Ihrem Befehl. In dieſem Taſchen⸗ buche ſind Banknoten auf zweitauſend Pfund. Machen Sie mir das Vergnügen, ſie anzunehmen. Morgen lege ich noch zehntauſend in Ihre Hand! Mit Einem Worte, Sie ſollen Gebieterin von allem dem ſeyn, was ich beſitze, und ich werde mich glücklich ſchätzen, bloß von Ihrer Güte abzuhängen.“
O Himmel! wie ward der tugendhaften, der gefühlvollen, der zärtlichen, der feindenkenden Emilie zu Muthe, als ſie dieſe freche Rede aus dem Munde eines Mannes hörte, den ſie mit ihrer Nei⸗ gung und Achtung beehrt hatte! Es war nicht bloß Schreck, Be⸗ trübniß oder Unwille, was ſie über dieſe unwürdige Behandlung empfand, ſondern die vereinten Martern von allen dreien zugleich. Dieß erzeugte eine Art von hyſteriſchem Lachen, als ſie ihm ſagte, ſie könne nicht umhin, ſeine beiſpielloſe Hochherzigkeit zu bewundern.
Dieſes convulſiviſche Lachen und das ironiſche Compliment, wo⸗ von es begleitet war, täuſchten den Liebhaber. Er glaubte in ſeinen Operationen bereits ſo große Fortſchritte gemacht zu haben, daß es jetzt nur auf einen muthigen Angriff der Feſtung ankäme, damit er


