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Einundachtzigſtes Kapitel.
Er beredet Emilie, ihn auf eine Maskerade zu begleiten, wagt einen ver⸗ rätheriſchen Ausfall auf ihre Tugend, und wird nach Verdienſt zurückge⸗ ſchlagen.
Es verging kaum Ein Abend, wo Peregrine Emilie nicht zu irgend einer oder der andern öffentlichen Luſtbarkeit führte. Als er eines Tages Emilie im Geſpräch bemerken hörte, daß ſie noch nie auf einer Maskerade geweſen ſey, bat er ſie um Erlaubniß, ſie auf den nächſten Ball dieſer Art führen zu dürfen. Dieſelbe Einladung ließ er auch an die junge Dame ergehen, in deren Geſellſchaft er Enilie zuerſt im Theater gefunden hatte, und in deren Gegenwart jetzt dieſes Geſpräch auf die Bahn gebracht worden war.
Er ſchmeichelte ſich mit der Hoffnung, daß Letztere dieſen An⸗ trag ablehnen würde, da ſie eine Perſon von ziemlich geſetztem Cha⸗ rakter war, auch an ähnlichen Vergnügungen ſchon mehrmals Theil genommen hatte. Peregrine machte jedoch hier die Rechnung ohne den Wirth; denn kaum hatte Emilie die Einladung angenommen, ſo wollte auch ihre Freundin gern von der Partie ſeyn, und Peregrine ſah ſich genöthigt, ihr noch für dieſe Gefälligkeit zu danken, die ihn unendlich verdroß. Er ſtrengte nun allen ſeinen Scharfſinn an ſich der Aufdringlichen zu entledigen. Hätte ſich eine günſtige Gelegen⸗ heit gezeigt, ſo würde er ihren Arzt gemacht und ihr eine Medizin verſchrieben haben, daß ſie wohl hätte zu Hauſe bleiben müſſen. Doch ſeine Bekanntſchaft mit ihr war viel zu neu, um ihm Mittel an die Hand zu geben, dieſen Anſchlag auszuführen. Endlich ſiel ihm ein anderer ein, den er auch mit dem beſten Erfolg in's Werk ſetzte. Er hatte nemlich in Erfahrung gebracht, daß jenem Frauenzimmer von einer Großmutter eine Summe Geldes vermacht worden ſey, wodurch ſie in Stand geſetzt war, wenn ſie wollte, unabhängig zu leben. Er


