Teil eines Werkes 
11. Band, Peregrine Pickle : Roman : 4. Band (1841) Peregrine Pickle and his adventures
Entstehung
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nahm er an allen Luſtpartieen Theil, die den meiſten Aufwand er⸗ forderten. Er glaubte, daß er, bevor ſeine gegenwärtigen Finanzen erſchöpft wären, durch ſeine perſönlichen Eigenſchaften, die er in der ſchönen Welt während ſeiner Ausſchweifungen zu entwickeln Gelegen⸗ heit hatte, wirklich ſein Glück gemacht haben würde.

Mit Einem Worte, Eitelkeit und Stolz waren die herrſchenden Schwachheiten unſeres abenteuernden Ritters, der ſich mit hinläng⸗ lichen Eigenſchaften verſehen glaubte, ſein Vermögen auf mancherlei Arten wieder herzuſtellen, bevor er eine Idee von Mangel oder Noth haben könnte. Er hielt dafür, es ſtünde jeder Zeit in ſeiner Macht, eine reiche Erbin oder eine wohlbegüterte Wittwe zur Priſe zu machen. Sein Ehrgeiz ſtrebte bereits nach dem Herzen einer jungen ſchönen verwittweten Herzogin, zu deren Bekanntſchaft zu gelangen er Mittel ausfindig zu machen gewußt hatte. Oder, wenn etwa ja das Heirathen zu ſeinen Neigungen nicht paſſen ſollte, ſo zweifelte er gar nicht, da er unter dem höhern Adel ſo wohl angeſchrieben ſtand, irgend einen einträglichen Poſten zu bekommen, der ihn für ſeine Freigebigkeiten reichlich entſchädigte. Es gibt manchen jungen Mann, der mit der Hälfte von den Gründen, die Pickle hatte, ſo eingebildet zu ſeyn, dieſelben Erwartungen hegt.

Mitten in dieſen chimäriſchen Berechnungen entſchlummerte die Leidenſchaft ſür Emilie keineswegs, ſondern fing vielmehr an, ſeine Begierden mit ſolcher Glut zu entflammen, daß ihr Bild ſich jeder andern Vorſtellung unterſchob und ihn ſchlechterdings untauglich machte, die andern hochfliegenden Plane zu verfolgen, die ſeine Ein⸗ bildungskraft entworfen hatte. Daher faßte er den Entſchluß, Emilie in allem ſeinem gegenwärtigen Glanz zu beſuchen, und mit aller ſeiner Kunſt und Geſchicklichkeit Angriffe auf ihre Tugend zu wagen, ſo weit nur ſein Einfluß und ſein Vermögen hinreichten. Ja, ſeine ſtrafbare Leidenſchaft hatte wirklich ſeine Grundſätze von Ehre ſo

zerſtört, ſein Gewiſſen, ſeine Menſchlichkeit, ſeine Achtung gegen die

letzten Worte des Commodores ſo betäubt, daß er ſchlecht genug war,