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daß irgend ein Schuft ihm dieſen ſaubern Streich geſpielt, und ſie ſtatt ſeiner beſucht habe. Er äußerte ſogar von fern den Verdacht, daß ſie um die ganze Sache gewußt habe, und ward in ſeinen Vor⸗ würfen ſehr rauh und ungezogen. Ueber dieſes ausgelaſſene Betragen höchlich erbittert,— denn die Dame hatte mehr Tiger- als Lamm⸗ artiges in ihrem Charakter— befahl ſie ihm, ihr Haus ſogleich zu verlaſſen, und zwar auf immer. Er begab ſich ſonach fort, nicht ohne manche Schmähung und Drohung, die er beim Weggehen mit vollem Halſe ausſtieß.
Seine höchſt ergrimmte Gönnerin hatte jetzt über die Sache nachgedacht und beſorgte, durch irgend eine Liſt angeführt zu ſeyn. Ihre Angſt, ihre Kränkung hierüber war unausſprechlich. Da ſie aber eine große Doſis Scharfſinn hatte, ſo machte ſie gegenwärtig davon Gebrauch. Nach einigem Nachdenken und Gegeneinanderhalten verſchiedener Umſtände ſchloß ſie, der Subſtitut des Lieutenants könne kein anderer ſeyn, als Peregrine, der entweder alle Umſtände ihres Rendezvous von ihrem Mädchen erfahren hätte, oder ſie durch die Eitelkeit und Plauderhaftigkeit ihres Galans ſelbſt herausgebracht habe.
Jetzt, da ſie Gelegenheit gehabt hatte, mit allen Eigenſchaften unſeres jungen Herrn bekannt zu werden, reute ſie das ihr geſpielte Quidproquv nicht. Sie beſchloß, ohne Zurückhaltung auf Peregrine ihre Gewogenheit überzutragen. In dieſer Abſicht kam ſie ihm auf's Gütigſte und Merklichſte entgegen, und machte ſehr deutliche Anſpie⸗ lungen. Allein er wollte ſie nicht verſtehen, vielmehr ſchickte er ihr den Ring in einem Briefe zurück, worin er die Hand verſtellt und den Namen in der Unterſchrift erdichtet hatte. Der Inhalt war folgender: Er habe alle Urſache, zu glauben, daß man ihn mit einem Andern verwechſelt habe; ſein Gewiſſen erlaube es ihm daher nicht jenes Geſchenk für ſich zu behalten. Und um den Verdruß
der Dame auf das Höchſte zu ſteigern, ſorgte er auf eine ſinnreiche Art dafür, daß die Hiſtorie mit allen Umſtänden unter die Leute


