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es endlich beinahe Tag war, ſetzten ſie ihn in Betracht der fünf Guineen, die er unter ſie vertheilte, mit Erlaubniß derer, die ſie gedungen hatten, wieder auf freien Fuß. Nach ſeiner Loslaſſung er⸗ wartete er mit äußerſter Ungeduld die Stunde des Frühſtücks. Als dieſe geſchlagen hatte, begab er ſich nach dem Hauſe ſeiner Duleinea, um ſich bei ihr zu entſchuldigen, daß er ſein Wort zu brechen ge⸗ zwungen worden wäre.
Die Miene der Zufriedenheit und Behaglichkeit, die ſich im Ge⸗ ſicht der Lady zeigte, machten ihn ſtutzig. Doch er hielt es für nichts anderes, als für Affektation, um den innern Unmuth und Aerger zu bemänteln. Zu dem Ende nahm er ein ſehr niedergeſchlagenes Weſen an, und erzählte unter manchen Aeußerungen der Kränkung den ver⸗ dammten Zufall, der ihn außer Stand geſetzt habe, die wonnigen Früchte ſeiner Erwartungen einzuernten.
Die Inamorata, die über die Symptome der Schaam hinaus war,— ſo etwas überläßt man bloß dem gemeinen Haufen— rich⸗ tete bei dieſer umſtändlichen Erzählung ein feſtes Auge auf den Of⸗ fizier, und ſah ihn noch einige Minuten nachher aufmerkſam an. Endlich ſagte ſie:„Wofern dieſe Erklärung von Ihrer Delikateſſe herrührt, ſo können Sie künftig ſolche lächerliche Zurückhaltung ſpa⸗ ren. Wenn man einmal auf einem gewiſſen Fuß iſt, ſind ſolche Ceremonien überflüſſig und unangenehm. Doch vielleicht ſehen Sie jetzt auf Ihr gutes Glück mit Reue hin; vielleicht wünſchen Sie gegenwärtig lieber das Abenteuer gehabt zu haben, das Ihnen zu erfinden ſo viele Mühe gekoſtet hat, als eine Eroberung, die Ihnen ſo leicht geworden iſt. Sie waren in der That ſo ungeduldig, vor Tagesanbruch hinwegzugehen, daß es mehr ſchien, Sie wären Ihres Aufenthalts überdrüſſig, als um meinen guten Namen beſorgt.“
Dieſe ganze unerwartete Antwort machte den Cavalleriſten ſtutzig und unruhig. Er ſchwur mit manchem pöbelhaften Fluch: er könne beweiſen, daß er von zwölf Uhr Mitternachts bis um ſechs Uhr Mor⸗ gens in ſicherer Verwahrung geſeſſen habe, und er begänne einzuſehen,


