154 Sechsundſiebenzigſtes Kapitel.
Peregrine eultivirt die Bekanntſchaft mit dem Miſanthropen. Er gewinnt ſeine Gunſt und erhält zugleich auch eine flüchtige Stizze ſeiner Geſchichte.
Peregrine fand an der treffenden Replik des wunderlichen Alten ſo viel Behagen, daß er dieſelbe kaum für eine zufällige halten konnte. Er betrachtete dieſen Cadwallader als die größte Merkwür⸗ digkeit, die ihm zu Geſicht gekommen war, und bewarb ſich um die Bekanntſchaft des Alten mit einem ſo einſchmeichelnden Weſen, daß er in weniger denn vierzehn Tagen deſſen Vertrauen gewonnen hatte.
Als ſie eines Morgens beide auf dem Felde ſpazieren gingen, ließ ſich der Menſchenhaſſer folgendermaßen gegen ihn aus:„Obwohl wir erſt ſeit Kurzem mit einander bekannt ſind, ſo müſſen Sie doch bereits bemerkt haben, daß ich Ihnen ungewöhnliche Zeichen der Werthſchätzung gab. Ich geſtehe, das haben Sie weder Ihren per⸗ ſönlichen Vollkommenheiten noch Ihren Bemühungen zu verdanken, ſich mir gefällig zu erweiſen. Die erſten überſehe ich, und die letz⸗ tern durchſchaue ich. Allein es liegt in Ihrer Gemüthsart ein Etwas, das auf eingewurzelte Verachtung der Welt ſchließen läßt, und wie ich vernehme, ſo haben Sie ſchon viele glückliche Verſuche gemacht, den einen Theil der Menſchen dem andern zum Gelächter auszuſetzen. In dieſer Zuverſicht biete ich Ihnen meinen Rath und Beiſtand an, damit Sie noch mehrere Plane dieſer Art ausführen können. Um Sie zu überführen, daß eine ſolche Verbindung nicht zu verſchmähen iſt, gebe ich Ihnen gegenwärtig eine kurze Skizze meiner Biographie, die nach meinem Tode in ſieben und vierzig Bänden von meiner eigenen Hand erſcheinen wird.
„Ich bin ungefähr vierzig Meilen weit von dieſem Orte geboren. Meine Eltern gaben meinem ältern Bruder das ganze Vermögen, weil ſie einen ſehr alten Familiennamen behaupten mußten. Daher erbte ich von meinem Vater wenig mehr, als einen anſehnlichen Theil Jähzorn, dem ich gar manche Abenteuer zu verdanken habe die eben nicht immer zu meinem Vergnügen ausſchlugen. In meinem


