32 * ſogleich an, und murmelte gewiſſe geheimnißvolle Beſchwörungen. Jolter wähnte, Pallet ſey trunken, ſchüttelte den Kopf und ſagte, er glaube, es ſpuke nur in ſeinem Kopfe. Der Doktor ließ ſich ein⸗ mal bis zum Spaßvogel herab und bemerkte, indem er auf eins von den Betten ſah, daß ſeiner Meinung nach Fleiſch und Bein und nicht ein Geiſt den Maler mißgeleitet habe.
Die ſchöne Flamländerin lag ganz ſtill voll Erſtaunen und Furcht. Allein ihre Stubengenoſſin, die ſich gern von allem Ver⸗ dacht befreien wollte, declamirte mit unglaublicher Schnellzüngigkeit gegen den Urheber dieſes Aufruhrs. Er habe ſich unſtreitig, ſagte ſie, in der Abſicht hier im Zimmer verſteckt, um einen ruchloſen Ver⸗ ſuch auf ihre unſchätzbare Tugend zu wagen, und ſey durch Gottes Finger daran verhindert und dafür gezüchtigt worden.
Auf ihr Verlangen und auf das dringende Anſuchen des andern Frauenzimmers ward Pallet nach ſeinem Bette geſchafft. Als das Zimmer leer war, verriegelte die Franzöſin die Thüre mit dem feſten Vorſatz, dieſe Nacht keine weiteren Beſuche anzunehmen. Peregrine war inzwiſchen faſt unſinnig darüber, ſich einen ſo leckern Biſſen gleichſam vom Munde weggeriſſen zu ſehen. Er ſchlich wie ein Geiſt auf dem Gange umher, in der Hoffnung, irgend eine Gelegenheit zu finden, wieder in das Zimmer hineinzukommen. Endlich brach der Tag an und trieb ihn von ſeinem Poſten. Er verfluchte beim Weg⸗ gehen das unſinnige Benehmen des Malers, der ſich ſo unglücklicher⸗ weiſe in ſeine Freuden gemiſcht hatte.


